Nella Beljan

Buchstaben sind Freunde

Der Stille Sonntag *46

Björk: Virus

“I knock on your skin and I am in.”

Da bin ich wieder! Back in Tschörmenni. Mei, was freu ich mich! War zwar alles sehr aufregend und abwechslungsreich, aber irgendwann ruft das eigene Bett. Frau von Teese, der Anlass meines London-Ausflugs, war übrigens eine äußerst angenehme Gesprächspartnerin. Und in natura sieht sie tatsächlich 1a aus – und das nicht nur, weil sie so unglaublich freundlich wirkt. Eine Alabasterhaut, dabei ganz klein und zierlich (ich glaube, sie hätte auch in mein Handgepack gepasst). Und dass sie gelenkig ist, davon konnte ich mich am Vorabend des Gesprächs in ihrer Show überzeugen. Da plantschte sie in einem Cointreau Glas. Allein, wie die Dame grazil ihre Beine in die Luft streckte, in einer kleinen delikaten Geste den Schwamm darüber gleiten ließ und dann zum Abschluss minimal mit dem Fuß wackelte, hat mich sehr beeindruckt. Ich habe mir dann vorgenommen, das zuhause zu üben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die acht Minuten Nichtstun ebenso spannend hin bekomme. Egal.

Zur Musik: Björk hören. Das neue Album kann man als App kaufen. Superchefig! Visuelles und Akkustisches werden dort zusammen geführt, der User kann sogar mitwirken an der Gestaltung. Bei Crystalline ein Spiel spielen, in dem er durch einen Tunnel rast und Diamanten einsammelt. Oder den Mond zum Klingen bringen. Oder sich einfach zurücklehnen, und den fast sphärischen Klängen lauschen, die Björk einem beschert. Ein guter Stiller Sonntag.

Click Click Click


Oh Land: Rainbow

Nur ein kleines Lebenszeichen von mir: In London ist heute eitel Sonnenschein. Und der Computer bleibt weitestgehend aus. Nur soviel: Ich war in der Gerhard Richter Retrospektive in der Tate Modern (fantastisch und vielseitig!), habe eine Menge Shops abgeklappert, mich durch einen ziemlich charmanten Straßenmarkt gefuttert und ein paar entzückende Leute getroffen. In ein paar Tagen mehr!

(Music via Lina)

What comes next

PAPA: Collector

Sooo! Jetzt noch meinen Koffer packen und morgen geht es dann auf nach London. Eine Cointreau Party wartet und am nächsten Tag ein Interviewtermin. Mit: Tamtaratam, Dita von Teese. Freu mich wie Bolle. Und bin schon total neugierig. Und weil ich dann schon vor Ort bin, werden noch ein paar Tage in meiner alten Heimatstadt an der Themse drangehängt. Ich habe auch schon eine kleine Liste angefertigt, mit Sehenswürdigkeiten, Bars und Shops, die ich gerne aufsuchen würde. Listen sind was Feines! Aber Listen sind eben auch nur Listen und keine Zwangsarbeit. Insofern wird nur gaaaanz vielleicht alles abgeklappert und davon berichtet. Wer ebenfalls einen heißen London-Tipp hat, schreibt mir doch einfach ‘ne Mail. Tah!

(Pic via Old Chum)

Der Stille Sonntag *45

Midlake: Roscoe

Samstagabend war ich mit einem guten Freund in einer Bar, als dieses Lied lief. Als ich Shazam anschmeißen wollte, sagte er sofort: “Ich kenn’ das Lied! Als ich in Göteborg gewohnt habe, hat das mein damaliger Mitbewohner immer gespielt, wenn er Damenbesuch hatte. Und er hatte oft Damenbesuch, wechselnden, versteht sich, so ein Schlawiner war der. Jedenfalls wusste ich immer direkt, was den Mädels blühte, sobald der Song lief!” Hmmmm. Ich glaub’, ich weiß es auch! Jedem Tierchen sein Pläsierchen, nech… und allen einen schönen ersten Advent!

Reaktist sein!

Minor Majority: I wish you’d hold that smile

“Leute, die eine Meinung mit großer Selbstgewissheit vertreten, ohne die Spur eines Zweifels, so, als ob es kein Morgen gäbe, kommen mir dumm vor. Die einzige Haltung, die garantiert jeder Revision standhält, ist vermutlich der Zweifel. (…) Reaktanz ist eine gute Sache. (…) Reaktanz bedeutet: (…) Wir tun genau das Gegenteil von dem, was von uns erwartet wird. Reaktanz ist ein typisches Abwehrverhalten gegen jede Art von Einschränkung, Druck und Verboten. (…) Als Reaktist erfüllt man eine sozialhygienische Funktion und leistet einen Dienst an der Menschlichkeit. Es ist unappetitlich, wenn einzelne Personen zum public enemy erklärt werden, überall, von jedem. Guttenberg? Eva Herman? Jan Ullrich? Das sind Verfehlungen gewesen, kritikwürdig, gegebenenfalls strafbar, aber doch keine Kapitalverbrechen. Bei jedem Gangster finden Gerichte mildernde Umstände, nur das große Volkstribunal der öffentlichen Meinung kennt keine Bewährungsstrafen, so lange, bis das große Vergessen einsetzt. Man vergibt nichts, aber man vergisst. Wenn erst mal der nächste Skandal da ist, absorbiert er sowieso die gesamte Erregungsenergie, über die man verfügt. Sich selber vergibt man alles.” Harald Martenstein: Mainstream. Der Sog der Masse. In: ZEIT (46) vom 10.11.2011.

(Pic by Alex Semtner via Zero, Music via Eike P.)

Yo!

Josh Hodges/Sexton Blake: Jake, keep it together

Als ich vor zwei Jahren in New York war, habe ich neben den Hell’s Angels gewohnt. Vor deren Zentrale stand auch immer ein Nachwuchs-Scherge, der den Eingang bewachte. Vielleicht vergaß ich ihn deshalb so schnell (obwohl er tageinein, tagaus dort stand), weil er nur finster drein schaute und nie einen Pieps von sich gab. So kam es, dass ich, mittlerweile schon an die amerikanische Freundlichkeit gewöhnt und zwar mit hervorragend guter Laune ausgestattet, jedoch ohne die dringend notwendige Brille auf der Nase, den Mann in der Dämmerung  mit einem glockenhellen “Hi–iii, how are you?!” begrüßte. Genau in dem Moment fiel’s mir wieder ein, heidewitzka, da hatt’ ich doch den Hell’s Angels Aspiranten vor mir und je näher ich kam, desto deutlicher sah ich auch die obligatorischen Abnäher auf seiner Jacke. Der Mann nickte jedoch nach ein paar Schrecksekunden meinerseits gutmütig mit dem Kopf. Fortan grüßten wir uns jeden Tag. Und als ich einmal vergaß, ihm Hallo zu sagen, brummelte mir dieser bärtige Hühne sogar seinen Gruß hinterher. Da fiel fast mir die Kinnlade herunter. Und mir wurde augenblicklich klar: Etikette ist eine feine Sache. Sie bringt auch die unterschiedlichsten Leute auf ganz unkomplizierte Art zusammen. Ein Toast auf den Knigge!

(Pic via Facial Awareness, Music via Mimy)

Oder so ähnlich

Bodi Bill: What

Schönes Lied, schönes Video.

(Pic via Designcube)

Beschenken

Balmorhea: Truth

Das kleine Tischchen, ein Traum! Simpel und raffiniert zugleich, fantastemong! Gibt es in drei unterschiedlichen Größen mit verschieden farbigen Tabletts obendruff. Haben wollen! Von der wunderbaren serbischen Künstlerin Ana Kraš. Die hat auch einen ziemlich schönen Blog mit eigenen Fotoarbeiten: Ikebana-Albums. Auch toll!

Tisch Noodles 2 by Ana Kraš, Preis auf Anfrage. Music via Filter.

Die Zärtlichkeit der Mathematik

Camera Obscura: Super Trouper

Das Gedicht wächst, zärtlichst, nach der Fibonacci-Folge.

alphabet

(…) somewhere a wild
apricot tree stands still for a moment

and blooms, but just with a very
thin veil on the outspread branches
before going on regardless (…)

(Poem by Inger Christensen, transl. by Susanna Nied, Music via Dennis)

Der Stille Sonntag *44

Darkside: A1

“Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf der Pflicht.” (Pablo Picasso) Der Pablo ist ein schlauer Mann. Einen schönen Sonntag noch!

(Music via Jonas)

Okeh

Elvis Depressedly: Mickey yr a fuck up

Muss seit Tagen über dieses Bild kichern. Aber zur Musik: Elvis Depressedley. Hübsches Wortspiel, umwerfende Musik. Ein bisschen traurig. Trotz der dusteren Texte kein Suizidermunterer, nein, eher ein Versinken in die schönste Schwere…

(Music via Filter)

Not only heaven

Azari & III: Into the night (Nicolas Jaar Remix)

Heute Abend wird im Kreuzberger Voo Store übrigens die zweite Ausgabe des OE-Magazins gefeiert. Das Heft dreht sich ‘nur’ um Mode, und zwar insbesondere die aus Berlin… weiter sind Azari & III im frisch eröffneten Kreuzberger Gretchen (da fehlt nicht der Hänsel, das ist eine Disko) zu Gast. Man lausche im Link oben. Im Loftus (Hall) am Maybachufer, der Nachfolger von der Kleinen Reise, ist ebenfalls was los. Viel Spaß, wo auch immer man sich herumtreibe… Adjö!

Natural

Mayer Hawthorne: Your easy lovin’ ain’t pleasin’ nothin’

Das stimmt, wenn es kalt ist, helfen warme Gedanken. Mindestens! Da kommt das Musikvideo oben gerade richtig. Wer hingegen seinen Gehirnschmalz aufstocken will, der schaut sich diese Seite an: You are not so smart. Ein Traum für alle Schlaubi Schlümpfe dieser Erde. Wenn man sich auf einmal in einer schlimmen Situation befindet, würde man alles Menschenmögliche tun, um da wieder heraus zu gelangen? (Faaaalsch!) Wenn einem nach Schreien, Pöbeln oder Weinen is – lass’et raus. (Auch falsch!) Du denkst, du kannst spitzenmäßig einschätzen, wie du dich fühlst und weißt auch genau, wieso? (Setzen, sechs!)

Diese und andere Annahmen hat David MacRaney auf seinem Blog widerlegt, in epischer Breite. Das Ganze ist deshalb auch als Buch erschienen. Und okay, warum man seine Gefühlswelt meist falsch einschätzt, auch wenn man denkt, man sei per du damit, möchte ich jetzt schon lüften: Menschen wollen sich ihre Reaktionen erklären und applizieren. Sie übertragen die Gefühle, die sie in einer bestimmten Situation haben, auf andere Personen und Ereignisse, die damit in Verbindung standen. Wenn man sich etwa verliebt, liegt das nicht nur an der Person. Das allerheißeste Geschoss kann einem seine Telefonnummer zustecken. Wenn das passiert, während man in einer brenzligen Situtation auf einer gefährlichen Hängebrücke steht,  ist die Wahscheinlichkeit doppelt so hoch, dass man sie tatsächlich anruft, als wenn sich die Szene auf einer harmlosen Brücke bei Weltfrieden ereignet hätte. Was sagt uns das? Ganz einfach. Herzschlag beschleunigen. Zu zweit!

David MacRaney: You are not so smart. Why you have too many friends on Facebook, why your memory is mostly fiction, and 46 other ways you’re deluding yourself. Gotham 2011 (16, 30 Euro).

(Pic via Alternativen, You are not so smart via Friedemann, Music via Sarah G.)

Alles erlaubt

My Morning Jacket: I will be there when you die

“Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.” (Pablo Picasso)

(Pic via pnguyee)

Unspeakable

Dark Dark Dark: Daydreaming

Samstags und sonntags kann man bei Amour Fou frisches Brioche kaufen. Das kleine, weiße Café mit Konditormeisterin in der Kreuzberger Grimmstr. lockt darüber hinaus auch mit Schwarzwälder Kirsch-, Wiener Sachertorte und so kleinen Zitronen- oder Maracuja-Tarteletts… um nur wenige der leckeren Schweinereien zu nennen, die man dort erstehen kann. Sehen fast zu schön aus, um sie zu essen. Aber nur fast!

Amour Fou (Desertmanufaktur), Grimmstr. 24, 10967 Berlin. Montags Ruhetag.

(Music via Filter, Pic by Alexander James via dear us)

Lesen


Ein bisschen muss man sich reinlesen, aber dann legt man’s nicht mehr weg: Murakamis 1Q84. Buch 3 (1 und 2 waren in einem Band erschienen) ist seit einigen Wochen auf dem Markt. Endlich wissen, was es mit den Little People auf sich hat. Und ob Aomame und Tengo sich wiederfinden. Hurra!

Der Stille Sonntag *43

The XX: Islands

Gedichtausschnitt von Charles Bukowski

Let us be young!

The Vaccines: Wetsuit

Bedruckte T-Shirts sind meist nix. Aber das kann was! Dazu: The Vaccines, super Träck! Vor ein paar Tagen bei Nerdcore entdeckt. Die  Jungs aus der Londoner Band spielen übrigens am 18. Dezember im Berliner Postbahnhof. Hands up.

Anniversary

Teenage Dream by Katy Perry & Woodkid

Okay, mit Katy Perry, jedenfalls mit dem Song, kann man nix reißen. Aber dafür mir dem Cover von Woodkid. Der hat es kurz vor Ende seines Berliner Konzerts gespielt. Und auch die Brüsseler durften sich darüber freuen, wie das Youtube-Video oben zeigt. Vor lauter Trubel habe ich übrigens mein einjähriges Jubiläum komplett vergessen. Dafür jetzt ein bisschen später, aber besser spät als nie: Happy Birthday, Buchstaben sind Freunde!

(Pic via flos vitae)

Right at the top

Hyperballad by Björk & Robyn

We live on a mountain
Right at the top
This beautiful view
From the top of the mountain
Every morning I walk towards the edge
And throw little things off
Like car-parts, bottles and cutlery
or whatever I find lying around
It’s become a habit
A way to start the day

I go through all this
Before you wake up
So I can feel happier
To be safe again with you

Die schönste Frau der Welt wurde beim schwedischen Polar Music Prize ausgezeichnet, das ist der inoffizielle Nobelpreis für Musik. Viele Björk-Lieder wurden zu diesem Anlass live auf der Preisverleihung gecovered, also in Anwesenheit der Geehrten. Beim Auftritt einer Künstlerin konnte Björk vor Rührung kaum die Tränen wegdrücken: als Robyn auf der Bühne steht und ihr Hyperballad singt. Ich hab’ das schonmal erzählt, vor einem Jahr.

(Pic via Alternativen)

Sense of

Where is my mind by Pixies & Maxence Cyrin

Wunderschönes Piano-Cover. Danke, Lui, für den Musik-Vorschlag.

Mumu-was?!

Murmuration!

Liberty Smith und Sophie Windsor Clive waren gerade mit einem Kajak unterwegs, als über ihnen ein Vogelschwarm auftaucht und die unglaublichsten Flugformationen hinlegt. Eine von beiden filmt das mit ganz ruhigem Händchen. Und was sie filmt, ist einfach oberfantastischschön! In dem Video auf Min. 0:24 vorklicken und los geht’s. Dermaßen nah dran hat man selten Aufnahmen einer so genannten Murmuration bekommen: Taucht ein Feind am Himmel auf, schließen sich Stare zu einem Knäuel zusammen, nur, um dann wieder in riesigen Wellenbewegungen auseinander zu driften. Selbst der allergefräßigste Bussard ist damit nicht in der Lage, sich einen der Piepmatze zu schnappen, so perfekt ist das Chaos des Schwarms synchronisiert. Ich hab’s mir jetzt schon zehnmal angeschaut. Es passieren Dinge da draußen – mannoman!

(Video via Meggi)

Nearest

Dearest by Buddy Holly & The Black Keys

Morgen in der Mittagspause schon was vor? Nein? Dann könnten wir uns treffen. Ja, genau, wir zwei Hübschen! (Jetzt geht’s mit ihr durch. Einmal ausgeschlafen… zack!) Jedenfalls könnten wir uns beim Lunchkonzert der Philharmonie über den Weg laufen. Das sind die Gratiskonzerte der Philharmoniker und der Leute, die irgendwie mit denen verbandelt sind. Und diese Lunchkonzerte finden im Foyer des von Hans Scharoun entworfenen Gebäudes statt. Ich liebe die Philharmonie. Und ich liebe die gegenüber liegende Stabi West, die ist vom selben Architekten, also auch vom Hansemann. (Der treue Blogleser weiß Bescheid.) Die Lunchkonzerte haben sich jedenfalls zur festen Institution gemausert und sind immer knallevoll.

Wer etwas von den wohlfeilen Klängen mitkriegen möchte, sollte ein bisschen früher dran sein. Denn nicht nur die Rentner kommen zeitig, ganze Massen an Menschen versammeln sich dafür im Foyer, stehen geduldig oder verteilen sich auf den Treppen. Ab mehreren hundert Leuten ist Einlass-Stopp – und das letzte Mal vor der Sommerpause konnte ich tatsächlich wegen Überfüllung nicht mehr rein. Hat sich eben herumgesprochen, was für eine feine Sache das ist, das Lunchkonzert!

Zur Musik. Ich hab’ ja noch Cover-Woche. Erst hatte ich keine Lust mehr und fand mich albern. Jetzt hat mich noch mal der Ehrgeiz gepackt und ich grab’ bzw. lasse weiter die alten Kamellen ausgraben. Aber das oben IST auch ein großartiges Cover! Die Black Keys haben’s einfach raus. Wer sich live davon überzeugen will: Am 28. Januar 2012 spielen sie in Berlin. Karten hier. You better be quick!

Philharmonie Berlin: Lunchkonzerte. Jeden Dienstag um 13 Uhr, Eintritt frei. Dauer: meist eine knappe Stunde. Und wer  möchte, für den gibt es danach – gegen einen kleinen Unkostenbeitrag – ein warmes Buffet. Adresse: Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1, 10785 Berlin.

(Music via Filter, Pic via Fly away now)

Der Stille Sonntag *42

Twenty Miles to NH by The Philistines Jr. & The National

Was für ein schöner Herbst! Übrigens die Jahreszeit, die ich bisher sträflichst unterbewertet habe. Aber an so einem freundlichen Sonntag rauszufahren… Berliner, ab an den Schlachtensee, ein kleines Holzboot mieten und in die Sonne rudern!!! Dort, mitten auf dem See, die Paddel an die Seite legen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Herrlich! Der Bootsverleih, an der Ostseite des Schlachtensees gelegen, hat jetzt noch auf. Und wirklich wahr, wenn die Sonne scheint, ist es nicht kalt, ganz im Gegenteil, man kann ihr, der Sonne, von innen und außen gewärmt dabei zuschauen, wie sie Goldflimmer aufs Wasser wirft.  Kitsch as Kitsch can, hurra! Danach eine Runde um den See spazieren, man läuft ungefähr 1-1,5h. Zwischendurch ein Päuschen in der Alten Fischerhütte einlegen, die haben ein großes Restaurant mit riesiger Terrasse und Biergarten. Das is’ ma’ n Sonntag! Allen einen geruhsamen Abend noch und einen guten Start in die neue Woche.

(Music via Meggi, Pic via Fuks)

Man lernt nie aus

“Du bist hip, wenn man dir in einer fremden Stadt Drogen verkaufen will.” (William S. Burroughs)

(Quotation via Boris, Pic by Jody Rogac for Dana Lee via haw-lin)

How much

Sea of Love by Phil Philips & Cat Power

(Pic via Ahnini)

Bitter

Vor ein paar Jahren schaute ich eine Reportage. Es ging u.a. um einen jungen Mann aus Mali, der auf einer Kakaoplantage an der Elfenbeinküste arbeiten wollte. Dort angekommen wurde ihm jedoch nicht ‘nur’ die vereinbarte Bezahlung für die schwere körperliche Arbeit verweigert, sondern er wurde auch gezwungen zu bleiben. Als er versuchte zu fliehen, holte man ihn gewaltsam zurück, bestrafte ihn mit etlichen Peitschenhieben und zwang ihn zur Weiterarbeit. Der Mann geriet also in die Sklaverei. Wir schreiben aber nicht das 16., 17. oder 18. Jahrhundert, sondern befinden uns mitten in unserer sogenannten Zivilisation des 21. Jahrhunderts. Der junge Mann aus Mali hatte Glück. Er wurde nach einigen Jahren von einer Hilfsorganisation befreit. In seiner Heimat Mali verschwinden übrigens viele Kinder aus den Dörfern. Sie werden einfach von der Straße geraubt und als Sklaven auf die Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste verschleppt.

Der befreite Sklave aus der Reportage, die ich sah, wurde von einem Journalisten gefragt, ob er selbst jemals die Erzeugnisse dessen, weshalb er versklavt wurde (also Schokolade) probiert habe. Was er verneinte. Aber ob er denn wisse, dass die Menschen in Europa sie jeden Tag äßen? Der Mann war völlig entgeistert, mehr noch, verzweifelt, und sagte: “Tell them, when they eat chocolate, they eat my flesh.”

Diesen Satz bin ich nie wieder richtig losgeworden. Erst konnte ich gar keine Schokolade mehr essen, irgendwann kaufte ich nur noch Fair Trade. Das dämmt zumindest Kindersklaverei und Kinderarbeit ein. Aufgrund eines bequemen Verdrängungsmechanismus’ wurde ich aber auch hier laxer und griff, wenn auch mit schlechtem Gewissen, manchmal zu Produkten ohne Fair Trade Siegel. Als mir nun dieser Test in die Hände fiel, hatte ich die Stimme von dem Mann aus Mali, dem befreiten Sklaven, wieder laut tönend in meinem Kopf. Der Test berechnet nämlich anhand der eigenen Ess- und Lebensgewohnheiten, wieviele Menschen deshalb als moderne Sklaven arbeiten müssen. Ich weiß, dass ich gar nicht so fair einkaufen oder leben kann, damit kein moderner Sklavenhändler, also auch die internationalen Weltkonzerne, davon profitieren. Aber versuchen kann ich es.

Meine Sklaven zählen 21. Wenn meine persönliche Statistik auch nur um einen Menschen nach unten geht, wäre das – wenn ich in einem anderen Land geboren wäre – ich selbst, meine Schwester oder meine beste Freundin, die nicht mehr in Sklaverei leben müssten. Dafür macht’s doch eigentlich schon wieder Spaß, 1,99 statt  0,99 Euro für Schoki auszugeben! Auf dem Bild oben ist übrigens ein ehemaliger Kakaoplantagensklave zu sehen, der nach einem Fluchtversuch schwer misshandelt wurde. Mir ist der Appetit auf Kitkat & Co. wieder vergangen.

Filme zum Thema: The dark side of Chocolate & The bitter Truth of Chocolate. Zu anderen Industriezweigen, die mit Sklaven und Kindersklaven arbeiten: Anti Slavery Organisation.

Lesung Deluxe


Twist in my Sobriety (John’s slight edit)

Jeffrey Eugenides liest aus seinem neuen Buch Die Liebeshandlung. Eugenides’ Debut, Die Selbstmordschwestern, fand ich blöd. Middlesex hingegen eine Offenbarung. Und jetzt ein neues Buch vom amerikanischen Schreibergenie! Ulrich Matthes greift ihm bei der Präsentation von Die Liebeshandlung in Sachen Vorlesen ein bisschen unter die Arme: am 11. November 2011 in Berlin! Los geht’s um 20h. Kann es kaum erwarten!

(Pic by Sarah Crowner via Twisterella)

Like holy wine

Joni Mitchell: A Case Of You und James Blake: A Case Of You

Ich verehre Joni Mitchell. Die kanadische Sängerin hatte in jungen Jahren eine ziemlich helle Stimme wie man bei California und Big Yellow Taxi hört. Mit der Zeit wurde ihre Stimme dunkler. Einer ihrer Klassiker, A Case Of You, gewinnt dadurch nochmal absolut. Dieses wunderschöne Lied hat sie angeblich nach einer unglücklichen Liebesgeschichte mit Leonard Cohen geschrieben. James Blake hat ein unglaublich gutes Cover davon gemacht und deshalb bilden die beiden Versionen den Auftakt für meine Cover-Woche. Auf dem Bild oben ist übrigens nicht James Blake, sondern Joni Mitchell zu sehen. Aufgenommen hat es Jack Robinson, einer der US-Modefotografie-Ikonen. Der wiederum gehörte zu den Lieblingen von Diana Vreeland, der früheren Chefredakteurin der amerikanischen Vogue. Namen über Namen. Muss sich kein Mensch merken. Aber die Musik auf jeden Fall!

On the button

Phantogram: When I’m small

Peter Saville, der Mann, der mit seinen minimalistischen Plattencovern für New Order und Joy Division berühmt wurde, findet ebenfalls, dass Buchstaben Freunde sind! Und deshalb hat er auf seiner Website eine ganze Reihe schöner Schriften online gestellt. Zum Free Download, also ‘für umme’. Sehr nett finde ich das von ihm. Guckstu hier! Und dann noch oben: gutes Lied, gutes Bild. Bitt’schee’.

(Pic by Marius Wolfram)

Taste of you

M. Ward: Let’s dance (David Bowie Cover)

“To be hopeful in bad times is not just foolishly romantic. It is based on the fact that human history is a history not only of cruelty, but also of compassion, sacrifice, courage, kindness.
What we choose to emphasize in this complex history will determine our lives. If we see only the worst, it destroys our capacity to do something. If we remember those times and places — and there are so many — where people have behaved magnificently, this gives us the energy to act, and at least the possibility of sending this spinning top of a world in a different direction.
And if we do act, in however small a way, we don’t have to wait for some grand utopian future. The future is an infinite succession of presents, and to live now as we think human beings should live, in defiance of all that is bad around us, is itself a marvelous victory.” (Howard Zinn, US-amerikanischer Historiker)

(Pic & quotation via Ninefold Goddess)

Der Stille Sonntag *41

Soul Clap: Wicked Game Edit

Der Künstler Shaun Kardinal hat allerlei Vintage-Postkarten bestickt. Wie ultragut das aussieht, erblickt man oben und hier. Hands up!

(Shaun Kardinal via Magnus)

Nothing wrong

Shoes: Love & Happiness (Earwig Remix)

Und hier noch was Feines für die Öhrchens. Die allerschönsten Illustrationen wie den Fuchs da oben macht übrigens Jasmin Lünstroth aka Krickel la Krackel. Ihre Zeichnungen gibt es manchmal auch auf T-Shirts, Kapuzenpullis und Stoffbeutel gedruckt – handgedruckt! Alle verwendeten Stoffe sind aus Biobaumwolle. Allein aus biographischen Gesichtspunkten nenne ich ebenjenen Fuchs auf Jute mein Eigen. Wer jetzt neidisch wird, hier kann man sich noch mehr angucken oder direkt bestellen. Go for gold!

(Music via Carlos, Illustration by Krickel La Krackel)

Familie ist heilig

Danko Rabrenovic: Anal vs. genital

Im ehemaligen Jugoslawien wird geflucht, was das Zeug hält. Anders als in Deutschland, geht es dabei ziemlich deftig zur Sache. Bei Flüchen werden ja insbesondere gesellschaftliche Tabus thematisiert. Das ist im ehemaligen Jugoslawien bzw. auch in Kroatien, dem Herkunftsland meiner Eltern, die Familie. Und die ist heilig. Dementsprechend fleißig wird sie in Beleidigungen involviert. Das Geschlechtsorgan der Mutter spielt dabei eine zentrale Rolle. Dorthin verflucht man nämlich mit Vorliebe den Beschimpften. Oder, ebenfalls ein Klassiker, man macht ihn darauf aufmerksam, man hätte eben diese gef… (äh, nun ja, ich schreibe gerade auf deutsch!). Diese Fluchformeln, bei denen die männlichen Genitalien in den allerschönsten Variationen ebenfalls überaus beliebt sind, benutzt man nicht nur, um Verärgerung anzuzeigen oder um zu beleidigen, sondern auch als Komparativ, also derbere Steigerunsform.

Aber um Längen schöner und vor allem anschaulicher erklärt das Danko Rabrenovic im Video oben. “Sind hier Minderjährige im Saal?” Ich hab’ mich weggeschmissen vor Lachen. Mein absoluter  Liebling: seine Erklärung zu “Ma boli me k*rac” ab 6:56 min. Das beweist: Wir Kroaten und Balkanesen sind nicht derb’, nein, wir sind einfach nur unheimlich ironisch und nuanciert! So it looks! Und Mama, falls Du Dir das anhörst und bei jedem Jebem ti zusammen zuckst: Verzeih. Hier sind Blumen für Dich! Kuss, Dein Kind.

P.S.: Im ehemaligen Jugoslawien pflegt man nicht nur einen rauen Umgangston, was die Familie betrifft, sondern auch einen ziemlich liebevollen. Eltern reden ihre Kinder zum Beispiel permament mit meine Sonne, mein Schatz, mein Liebes usw. an. Hat also auch Vorteile, so ‘ne Fixierung auf die Familie!

(Video via Lui, Pic via Jasmin)

Was Fräuleins wollen

Black Keys: Howlin’ for you

Das neue Fräulein Magazin ist draußen. An der Erstausgabe habe ich noch in der Entwicklungsredaktion mitgebastelt, mittlerweile erscheint das vierte Heft. Ich bin begeistert! Aktuelles Cover-Fräulein ist nun die amerikanische Künstlerin Miranda July, mein langersehntes Titelmädchen… Hendrik Lakeberg hat ein ganz tolles Interview mit ihr geführt. Einige der Fotos mag ich, andere wiederum sind nicht so meins, weil die elfenzarte Ms July merkwürdig harsch darauf wirkt. Aber die Notizen, die sie selbst unter die Bilder geschrieben hat, sind ziemlich witzig. Und ein ebenfalls tolles Interview gibt’s noch von Ruben Donsbach mit Romy Haag, die 1951 als Mann geboren wurde. David Bowie zog ihretwegen nach Berlin und als Ruben sie darauf und auf Charlotte Roche anspricht, kommt das Gespräch richtig in Fahrt… i like a lot. Daneben gibt es noch Spitzen-Modestrecken (Skinhead Style: “Wir wollen aussehen wie ein Ernstfall und nicht wie Softies, mit denen man das ganze Leben auf der Couch diskutiert”) und ein Protokoll der türkischen Schriftstellerin Perihan Magden: “Kopftücher stehen für Freiheit”.

Von mir sind ebenfalls zwei Texte dabei, einer über die Newcomerin Lana del Rey sowie eine Besprechung des Künstlers Raphael Danke (“Die Geister, die ich rief”). Weiter im Heft: Ein Portrait über Dillon, der Sängerin aus dem Post hier drunter. Nan Goldin erzählt, was sie mit ins Grab nehmen möchte und Leslie Feist hat ein selbstgemaltes Bild über das Thema Leidenschaft beigesteuert (“Mein Vater ist Maler und würde sich dafür schämen.”). Darüber hinaus viele Seiten zum Blättern mit Konsumanregungen (und die nicht zu knapp) sowie den gewohnt guten Illustrationen und Fotos.

Apropos gute Fotos. Das oben ist gleichzeitig das Cover von Werner Amanns: American. 1996-2002. Schöner Band, mehr darüber im Link hier.

(Pic by Werner Amann)

Stille Wasser

Dabei schläft sie so friedlich.

10 Punkte

Dillon: Thirteen Thirtyfive

Dillon. Erinnert mich vom Gesang ein bisschen an die frühen Sachen von CocoRosie.

(Music via Meggi)

Schöner essen

Portugal.The Man: I got it all

Ein alter Kreuzberg Klassiker in Sachen Ausgehen und gute Drinks ist der Würgeengel in der Dresdner Str. Einen Spitzen Whiskey Sour machen die da, Gimlets sind sogar noch besser. Woran ich bisher leider immer vorbeistolzierte, ist der Gorgonzola Club, das Restaurant, das zum Würgeengel gehört. Was mir dabei entging, weiß ich jetzt!

Im Gorgonzola gibt es sehr gute italienische Küche zu ziemlich moderaten Preisen. Auch Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten. Ofenfrisches, hauchzartes Rosmarin-Focaccia zu einem Gemüse-Vorspeisenteller mit einer unglaublich leckeren Sesamcreme. Dann Kürbis-Ravioli in Salbei-Butter geschwenkt mit knusprig gebackenen Salbeiblättern obendrauf. Ich dachte, ich leg’ mich rein. Ein Freund bestellte Pizza, die mit dünnem Boden und viel Tomatensoße serviert wurde. Ebenfalls sehr zu empfehlen. Zur Speisekarte gibt es auch eine wechselnde Abendkarte.

Das Publikum ist so Ende Zwanzig aufwärts. Im Laden herrscht ziemlicher Trubel, jedoch fühlt man sich durch die großzügige Tischanordnung nicht davon gestört. Das Ambiente freundlich, nicht zu grelles Licht. Kurzum: mit Freunden ein netter Ort zum Abendessen, aber auch ein guter Laden für Elternbesuch. Als Nachtisch kann man ja den für die großen Kinder nebenan am Thresen vom Würgeengel bestellen. Feiner Abend, das!

Würgeengel, Dresdener Str. 122, 10999 Berlin. Gorgonzola Club, Dresdener Str. 121, 10999 Berlin.

Say

CocoRosie: Not for Sale

Ihr könnt mich jetzt auch beim Gesichtsbuch liebhaben! Oben ganz rechts in der Menüleiste gibt es ab sofort den Punkt Facebook oder hier klicken.

(Source of pic unknown)

Der Stille Sonntag *40

Boy: July (live)

Superniedlich! Kindermund… oder: in sechs zielstrebigen Schritten zum Erfolg.

678

Timber Timbre: Do I have Power

J. sagte: “Das ist der schlimmste Film, den ich je gesehen habe. Nein, warte, Tree of life war noch schlimmer.” P. sagte: “Du musst in den Film gehen. Der war total super. Und egal, wie ich um mich schaute, alle Leute hat er ziemlich umgehaun’!” Zwei Männer, keine Meinung. Das war das Feedback, das ich zu Lars (I am a Nazi) von Triers Melancholia bekam. Ich bin dann am gleichen Abend selbst in den Film gegangen. Soviel vorweg: Das ist kein Popcornkino und spaßig ist sowieso anders!

Von den Bildern bis zur Geschichte ist Melancholia kompliziert wie simpel zugleich. Es ist die Geschichte der fortschreitenden Depression Justines – gespielt von Kirsten Dunst –, während der Planet Melancholia auf die Erde zuzurasen droht. (Mehr Metapher geht auch nicht.) In dem Vorspann, der etliche Motive aus der Kunstgeschichte zitiert, wird dann  in albtraumhaft schönen Bildern zusammengefasst, was der Film in zwei Teilen erzählen wird. Im ersten Teil, mit Justine überschrieben, schaut man ebenjener Justine ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit dabei zu, wie sie vergebens gegen die bleierne Schwermut ankämpft, die sich in ihr ausbreitet. Das ist die reinste Folter für den Zuschauer. Zumal sich insbesondere ihre Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) sowie ihr frisch gebackener Ehemann mit Engelsgeduld um sie bemühen. Im zweiten Teil des Films, einige Zeit nach der Hochzeit angesetzt, kommt Justine kaum mehr aus dem Bett, so schlecht geht es ihr. Mittlerweile hat der Planet Melancholia die Umlaufbahn der Erde erreicht. Je näher er jedoch rückt, desto deutlicher verbessert sich der Zustand Justines. Während Claire nun in Todesangst gerät, ist Justine längst davon überzeugt zu sterben und genau das beruhigt sie. Sie ist von der unheilbaren Einsamkeit des Einzelnen überzeugt und die schlechte Menschheit habe es ohnehin nicht verdient, zu überleben.

Was für ein Film und was für Bilder! Sowohl die Metaphern, Zitate, Verweise als auch die Aufnahmen! Wir wurden vom Ende regelrecht in die Kinositze gedrückt. Ein paar Reihen hinter uns saßen jedoch ein paar Schwäbinnen. Die waren offenbar weniger beeindruckt. Nach dem großen Knall sagten sie jedenfalls in die Stille hinein: “Joa, desch war’s wohl jetzt!” Ist eben jeder Jeck anders. Gell?!

(Music via Mimy, Pic by Robin Mellway)

(Charlotte Gainsbourg),

Got to

Papa: I am the Lion King

Heute Abend gehe ich ins Radialsystem. Und zwar in Die Jaffa-Orangen des Richard W. Ein israelisches Rheingold. Das ist die Premiere, jawohl, die feine Dame! Ich habe trotzdem keine Ahnung, was mich wirklich erwartet, aber das Radialsystem mag ich sehr gerne. Verschrieen ist es ja etwas, die Karten oft teuer, das Publikum sehr künstlerisch und vor allem reich. Und icke mittendrin. Vor ein paar Wochen war ich zum ersten Mal dort. Ich schaute mir Sasha Waltz an. Bis zum Weg dorthin sagte ich zwar ihren Namen, hatte aber Pina Bausch im Kopf. Doch das ist eine Generation davor, nech.

Jedenfalls wollte ich mich auch bei meinem ersten Besuch überraschen lassen von dem Stück, das aufgeführt wurde: Métamorphoses. Ich dachte an Ovid, vielleicht würde von Orpheus und Eurydike erzählt werden oder Jason und Medea oder wie die Gestalten aus der Antike alle heißen. Aber nix da. Diese Métamorphoses interpretierten die Räume des Neuen Museums, wo sie auch uraufgeführt wurden. Das hat da bestimmt auch funktioniert, zumal die Kostüme atemberaubend waren. Im Radialsystem konnte ich mit nur zwei Tanz-Sentenzen etwas anfangen, mir fehlte entweder die Phantasie oder dem Ganzen der Bezugsrahmen. Ich will aber auch niemandem den Spaß verderben. (Bla-bli, bla-bla, Frau Beljan, wir sind wohl etwas gesprächig dieser Tage! Ich mag es übrigens, in der dritten Person oder erste Plural mit mir selbst zu reden. Manchmal auch laut. Sehr befreiend. Ich kann das nur empfehlen. Ich wollt’ aber nicht ablenken.)

Denn es war trotzdem ein sehr schöner Abend, allein, weil die Räumlichkeiten und insbesondere auch die Terrasse des Radialsystems so super sind. Mit einem Weinchen dort sitzen, vor und nach dem Stück, ‘n Traum! Wir werden alle wie unsere Eltern, meine sind sehr nett, also halb so wild. Prost.

Zum Stück von heute Abend, Die Jaffa-Orangen des Richard W. Ein israelisches Rheingold, sagt die Macherin: “… wie immer stritten sie sich über die Israel Politik. … Ich bin dann irgendwann gegangen, als mir das alles zu viel wurde und wollte mich noch ein bisschen mit unserem Projekt, einer Oper von Richard Wagner auseinander setzen. Ich schaltete die Musik ein und plötzlich traf es mich wie ein Geistesblitz. Rheingold, der Vorabend der germanischen Ringmythologie war genau das, was ich gerade noch im großbürgerlichen jüdischen Haushalt meiner Großmutter erlebt hatte.” (Susanne Scherer) Mutig. Aber einleuchtend. Bin gespannt.

Zum Bild oben. Wie super waren eigentlich die guten, alten Mixtapes. Vor kurzem das erste Mal seit Ewigkeiten eines bekommen. Mit analog gebasteltem Cover. Und mich gefreut wie Bolle! Ich mach’ jetzt auch wieder welche, Mixtapes. Und mit großen und kleinen Katzen hab’ ich’s gerade. Ist aber auch ein super Lied von Papa, der anderen Band von Girls-Drummer Darren Weiss. Rrrrrroar!

(Pic via Abra Cat Dog Ra, einem Tier-Bilder- und -Videoblog)

Too good

Lauryn Hill: Can’t take my eyes off of you

Heute ist der “Love your body day”. Den hat die amerikanische National Organization for Women (NOW) erstmals 1998 ins Leben gerufen, um unrealistische Schönheitsvorstellungen zu boykottieren. Und das nicht ohne Grund. In Deutschland sind etwa 100.000 Menschen essgestört, eine Studie will gar jede zweite Frau betroffen wissen. 5-10% der insgesamt Erkrankten sind Männer, Tendenz steigend. Wie lächerlich eigentlich, dass die meisten Menschen, meine Wenigkeit eingeschlossen, eher an sich herummotzen, statt sich darüber zu freuen, dass Arme, Beine, Füße usw. alle dran sind. Oder man sich an manchen Tagen wie ‘ne trübe Tasse fühlt und denkt, alle um einen herum seien viel toller.

Ein paar amerikanische Künstler haben sich deshalb ein ganz besonderes Street Art Projekt ausgedacht. Mit ihren Aufklebern verschönern sie nicht nur den urbanen Raum, sondern wollen in erster Linie Dir, Deiner Schwester, Deiner Omma, Deinem Freund, einfach jedem Fremden, eine Freude bereiten: ein Wort-Leckerli für das morgentliche- oder-wann-auch-immer-muffelige Selbst. Die Sticker gibt’s übrigens gratis, jeder soll mitmachen und fröhlich öffentliches Eigentum verzieren. Das Ganze boomte prompt zur weltweiten Kampagne. Was ist die Botschaft auf den Dingern? Ganz genau auf das zweite Bild rechts, und zwar hier, gucken, unter dem Türöffnerknopf der Londoner U-Bahn steht’s: You are beautiful! Was kann ich noch anderes hinzufügen als Just as simple as that.

(via Kotzendes Einhorn)


Are you with me

James Blake: Enough Thunder

Unglaublich schönes neues Lied vom 22-jährigen (!) Superstar.

Gedenkt man der zu gute nicht, / von denen gutes uns geschicht / dann wäre alles gleich wie nicht, /was gutes in der welt geschicht-. (Gottfried von Straßburg, Tristan, V. 1-4, Prolog)

Das Zitat stellte Friedrich Kittler gerne seinen Vorlesungen voran, insbesondere jenen mit Nachrufen auf die Geistesgrößen, die ihn besonders beeindruckt haben. Diese Vorlesungen sind in seinem Band Unsterbliche versammelt. Friedrich Kittler ist gestern 68-jährig in Berlin verstorben.

(Pic via Punk Cat)

Where I belong

Silje Nes: Crystals

“Krieg dem Ganzen, zeugen wir für das Nicht-Darstellbare, aktivieren wir die Differenzen, retten wir die Differenzen, retten wir die Ehre des Namens.” (J.-F. Lyotard)

Ganz angetan bin ich immer, wenn Menschen etwas sehr Besonderes können und es machen, einfach, weil sie nicht anders können. Dazu zählen Silje Nes und Raphael Danke. Silje Nes ist eine norwegische Sängerin und Soundkünstlerin und im skandinavischen Raum schon recht bekannt. Das wusste ich aber damals, als ich zufällig über sie stolperte, noch nicht. Eine Freundin sagte, dass eine Freundin von ihr, eben Silje Nes, ein kleines Wohnzimmer-Konzert gebe, wir sollten doch alle mitkommen. Was uns erwartete, war einer dieser überraschend schönen Abende. Ein Mädchen, das völlig vertieft in seine Musik war, tausend Knöpfe drückte, viele Geräusche produzierte, und irgendwann sehr bedachtsam anfing zu singen. Alles wunderschönst und völlig unprätentiös. Habe damals, nach dem Konzert, darüber geschrieben.

Raphael Danke, den Künstler, der die Collage oben angefertigt hat, habe ich vor ein paar Wochen in seinem Kreuzberger Atelier interviewed. Seine Arbeiten haben bei mir sofort ‘ne Riesenassoziationskette in Gang gesetzt. Das Auflösen der Figur zugunsten der Abstraktion. Das Subjekt als Riss und Verschwinden im Bild, das gerade und immer wieder durch sein Fehlen reaktiviert oder evident wird. Dazu sagte der Künschtler himself: “Ich will für mich persönlich natürlich auch eher das Anwesende. Aber es ist das Abwesende. Das ist begehrt, was man nie haben kann. Ein Traum. Bei dem muss man auch annehmen, dass er nicht Realität sein kann…. außerdem steckt in abwesend ja auch das Wort Wesen drin.” Das finde ich schon ziemlich super. Aber ich will nicht alles vorwegnehmen. Den ganzen Text gibt’s wahrscheinlich ‘nur’ in Printform. Nächste Woche mehr. Für heute: Adios!

(Pic by Raphael Danke)

Bilderrausch

Janie Taylor und Justin Peck tanzen zu Philip Glass: String Quartett No.3 ‘Mishima’: IV. 1962: Body Building (Chloé Commercial)

Janie Taylor, Primaballerina des renommierten New York City Ballets, sollte die Frühling/Sommer 2011 Kollektion des Modelabels Chloé auf ihre Ballett-Tauglichkeit testen. Der junge Mann, mit dem sie von oben bis unten in Chloè gehüllt durch das dabei entstandene Video schwebt, ist Justin Peck. Der ist ebenfalls Tänzer des NYCBs, hat das Stück choreographiert und sagt: “Ballett sieht man ja eigentlich immer nur von vorne. Bei diesem Kurzfilm aber erhält man völlig neue Perspektiven, denn man kann uns aus jedem Blickwinkel beim Tanzen zuschauen.” Wirklich schöne Bilder sind dabei herumgekommen! Bei aller Ästhetik aber ist und bleibt das ein Commercial. Und Werbung soll eben Begehren schaffen. Bei mir hat’s gefunzt. Nachdem ich mir Janie und Justin nun ungefähr zehnmal hintereinander angeschaut habe, bin ich überzeugt davon, dass ich ebenfalls so einen Fummel brauche. Also einmal bitte die Strumpfhosen. Denn wie man in dem Video sieht: Da sitzt allet’. Die leiern Null Komma gar nicht!

Even from away

Feist: The circle married the line

Ha! Da sind sie wieder, die Schuhe von Freitag. Diesmal an den wohlgeformten Füßen von Leslie Feist, während eines Live-Sets. Hätte mich ansonsten kaum entscheiden können bei all den schönen Liedern ihrer neuen Platte Metals. Feist ist übrigens die Ex-Mitbewohnerin von Jason Beck aka Chilly Gonzales. Den besuchte sie dann auch in seiner neuen Bleibe in Berlin, wo sie sich nicht nur als Backgroundsängerin, sondern auch als Hilfsköchin und Kellnerin über Wasser hielt. Hätte man ihr gerne bei zugehört, wie sie trällernd die Gerichte an den Tisch bringt, nicht wahr? Obwohl sie kein deutsch spricht, kann sie ihre damalige Adresse immer noch auswendig: “Danziger Straße 10, Ecke Schönhauser.” Manche Dinge, auch die kleinen, bleiben eben haften.

(Pic via Push the Movement)

Der Stille Sonntag *39

Tula: Dragon

Ich habe mal einen Sommer lang als Hostess gearbeitet. Die am besten bezahlten Events, die mir meine Agentur anbot, waren ungefähr zehn Sommerfeste, bei denen Damen und Herren gebraucht wurden, welche erstens die anwesende Politprominenz erkannte und zweitens auch nicht unbedingt kaugummikauend an ihre Plätze begleitete oder um einen Eintrag ins Gästebuch bat. Ich war jung und brauchte die Kröten. Also geleitete ich Angela Merkel von der Garderobe zum Empfangsraum, Herrn Stoiber und seine Frau Muschi (er nennt sie wirklich so) zum Gästebuch und wechselte mit Herrn Wössner, damals bereits getrennt vom Bertelsmann Konzern, ein paar Sätze über seine alte Gütersloher Heimat. Herr Gentscher stach menschlich besonders hervor, er war von ausgesuchter Höflichkeit und verabschiedete sich von allen Hostessen und Hosts mit Handschlag. Das kommentierte eine meiner Kolleginnen mit den weisen Worten: “Hier scheidet sich wahre Prominenz.”

Recht hatte sie. Denn auf diesen Sommerfesten trieben sich auch wirklich unangenehme Gestalten herum. Solche, die hochkommen wollen, und, wenn Gesine Schwan daneben steht, höflich sind und sobald diese um die Ecke gebogen ist, einen wie Luft behandeln. Am schlimmsten fand ich aber Herrn Oettinger. Schlagartig war mir klar, warum er und Frau Merkel sich hassen. Über die Kanzlerin kann man politisch denken, was man möchte, für ihr Menscheln aber ist sie nicht ohne Grund berühmt. Man kann eben eine gute Aura haben oder eine schlechte. Herr Oettinger hat letztere. Neben ihm gefror mir sofort das Blut in den Adern. Meine Abneigung ist jedoch nicht nur persönlich motiviert.

Günther Oettinger, mittlerweile EU-Abgeordneter, hatte vor einem Monat eine Riesenidee, die wieder mal zeigt, wieso er auch politisch völlig indiskutabel ist: Alle Länder, die ihren Haushalt nicht in Ordnung bekommen, müssten seiner Meinung nach dafür auch öffentlich beschämt werden. Da es den Pranger nicht mehr gibt, sollten die Flaggen der betroffenen Länder vor dem EU Parlament auf Halbmast hängen. (“Was für ein kranker Mann.”) Herr Oettinger hat noch mehr Wahnsinnseinfälle, um die faulen Griechen aus ihrer Krise zu hebeln: “Es wäre am besten, wenn qualifizierte Beamte aus den übrigen EU-Staaten zur Beratung und Durchführung der Verwaltung für einen längeren Zeitraum in Griechenland tätig würden. Sie könnten ohne Rücksicht auf Widerstände agieren und den Schlendrian beenden.” So so, den Schlendrian.

Ich, vor Jahren schon zum Tagedieb alter Schule gekürt, übertreffe mich heute selbst und lasse den Schlendrian so richtig schlenderln. Is’ ja Sonntag. Stiller Sonntag! Musik von der schwedischen Berliner Band Tula. Applaus.

Weniger ist mehr

Miike Snow: Burial

Schicke Schuhe!

Statt Blumen

PJ Harvey: The Glorious Land

“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.” (Benjamin Franklin)

Was ist eigentlich genau ein Staatstrojaner, habe ich mich gefragt, und wieso ist der laut Chaos Computer Club (CCC) so schlimm? Hier wird’s in dreieinhalb Minuten erklärt. Hab sogar ich verstanden. Und muss entsetzt feststellen: Durch die offenbar schlampige Programmierung des Trojaners können Betroffenen gar falsche Beweise untergeschoben werden, aufgrunddessen dann weitere Ermittlungsmaßnahmen gerechtfertigt würden. Aber bereits einen Schrittt vorher ist die Kacke am Dampfen: Das Programm kann die Skypeaktivitäten mitverfolgen, was seinen Einsatz ursprünglich legitimieren sollte. Darüber hinaus kann damit aber auch die komplette Festplatte der Betroffenen durchsucht, also alle Dokumente geöffnet, Mails gelesen und Fotos durchforstet werden. Der Trojaner kann sogar auf die Webcam sowie die Tastatur zugreifen und Screenshots machen. Hallo Verfassungsschutz?!!? Dagegen war der Lauschangriff Pipifax.

(via Netzpolitik.org, Pic via daiseas, Music via Ingo F.)

Eclectic

“Manche Steine leuchten wie Vollmonde.” (Tomas Tanströmer)

ÜBRIGENS: Heute beginnt das Festival of Lights in Berlin. Ab 19:30h kann man die unterschiedlichsten Lichtinstallation bestaunen: Am Potsdamer Platz startet die offizielle Eröffnung mit Sound- und Lichtinstallation von Climelight. Ben Wagin lässt sein 1990 entstandenes Parlament der Bäume am Schiffbauerdamm erleuchten, mit dem der Mauertoten gedacht wird. Am Ku’damm wartet eine Open Air Lichtgalerie, denn hier wird auch das 125-jährige Bestehen der Einkaufsstraße gefeiert. Und, und, und. Bis zum 23. Oktober rundherum in der ganzen Stadt.

Festival of Lights, 12.-23. Oktober 2011 in Berlin

(Pic via Fairytaleshuttel)

Like velvet cake

Cold War Kids: Audience (live)

… und wer übrigens heute oder morgen nicht schlafen kann, rot sieht oder das dringende Bedürfnis hat, den Nachthimmel anzubellen: Der Vollmond ist daran nicht schuld! Aber hell ist er trotzdem, so ein Vollmond.

(pic via livtylerfan)

Und noch was

Mein Name ist Hase!

Ähem

Dirty Beaches: Lord knows best

Zur Aufgabe oben: Freiwillige vor! Zur Musik da drunter: Dirty Beaches, das ist das Bühnen-Alter-Ego vom 30-jährigen Alex Zhang Hungtai. In seiner früheren Metal Band versuchte er, wie David Bowie zu singen. Das hielt der Rest der Truppe für keine gute Idee und schmiss ihren Frontman im hohen Bogen raus. Ein Glücksfall, wie sich später herausstellte, denn damit war der Grundstein für Dirty Beaches gelegt. Alex Zhang Hungtai brachte sich das Gitarrespielen bei und fing an, eigene Songs zu schreiben. Die Rockabilly Sammlung seines Vaters (ein taiwanesischer Geschäftsmann, der die Familie unstetig um die halbe Welt schleppte), hatte ihn dabei ziemlich beeinflusst: “Wahrscheinlich hatte ich unterbewusst irgendwelche Verquickungsphantasien mit meinem Vater und wollte ihm damit wieder nahekommen”, sagte Alex Zhang Hungtai in einem Interview. Seltsame Musik ist das von Dirty Beaches, aber nach ein paar Mal hören hat sie einen. Jedenfalls mich. Manch’ anderen dafür nicht.

Zu Dirty Beaches gibt es hier übrigens noch mehr Infos folgender Art: “Der Musiker ist hochgewachsen, gut aussehend und sexy – man denke an hautenge T-Shirts, unter denen eine Schlangentätowierung hervorlugt.” Aha. … Ich werd’ auch schon ganz gierig. (Oder so ähnlich.)

(Pic via Alternativen)

Clap your hands

Temper Trap: Love lost

Das Woodkid Konzert gestern war superschön. Der Mann hat die Stimme eines Erzengels. Oder wie ich mir die vorstelle. Uuunglaublich. Soweit ich weiß, war das auch der einzige Deutschland-Auftritt. Der Festsaal war ausverkauft und knallevoll. Weitere Termine mit Yoann Lemoine gibt es nur noch in London und Montreal, dann wohl wieder erst zur Platte in 2012.

Heute nun: Temper Trap mit einem lustigen Video zu einem Spitzenlied. Zum Wachwerden. Guten Morgen und einen tollen Start in die Woche!

UND EIN NACHTRAG

Der Stille Sonntag *38

Woodkid: Baltimore’s Fireflies

Glühwürmchen erfreuen sich ganz offenbar äußerster Beliebheit… kein Wunder! Nach dem fulminanten Konzert vorgestern im Festsaal von WU LYF (gerade erst gelernt: sprich Wu Laif), höre ich mir heute Abend, selbe Stelle, selbe Welle, Yoann Lemoine aka Woodkid an. Bin jetzt schon ganz andächtig. Herbst/Winter-Konzertsaison ist eröffnet.

Daylight

Jamie Woon: Would I lie (Live Session)

“I have noticed that even people who think everything is predestined and that we can do nothing to change it, look both ways when they cross the street.”

(Stephen Hawking)

(iIc via lickmyspandex)

Go tell fire


WU LYF: 14 crowns for me and your friends

WUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU LYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYY YYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYY YYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYY
YYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYF!!!!!

(Konzert war super.)

Take the books

Future Islands: Over the bridge

“Seit der Commedia dell’arte, aber vielleicht schon seit es denkende Menschen gibt, findet sich diese Vorliebe zur Selbstverspottung. Wären wir doch alle mehr dazu bereit!” (M. Mastroianni)

Marcello Mastroianni saß während eines Interviews ziemlich selbstsicher in seiner malerischen Riesenvilla direkt am Meer und war nicht nur für seine damals 52 Jahre unverschämt gut in Schuss. Und hatte ‘ne ziemlich simple wie überzeugende Erklärung dafür, dass sein Image als Frauenheld völliger Kokolores sei: “Fast immer habe ich in meinen Filmen halbe Impotente gespielt. Das ist doch kein Frauenheld oder Latin Lover!” Beinahe hatte ich Mitleid. Aber Stopp. Zwei Minuten zuvor sah man noch sein damals fünfjähriges Töchterchen Chiara, das er mit Catherine Deneuve, und nicht etwa seiner Ehefrau Flora Carabella, bekommen hatte. Die beiden Schauspieler hängten nämlich nach einem gemeinsamen Filmdreh einen Urlaub hinten ‘dran… dabei herum gekommen war ganz offensichtlich nicht nur ein Sonnenbrand! Hmmmm. Aber okay, eigentlich wollte ich nur das superchefige Foto von ihm posten.

Zur Musik: Ich liiiiiebe Future Islands. Das neue Album On the Water kommt am 11. bzw. 14. Oktober 2011 heraus. Oben im Link ein Free Download. Hurra! Aber nur solange der Soundcloud-Vorrat reicht…

… und nicht vergessen, WU LYF (“Dreckig, rau, trieft vor Herzblut. Ich bin Riesen-Fan. Oder: WTF OMG WTH WU LYF!”) sind morgen im Festsaal Kreuzberg (es gibt übrigens noch Karten). Bin gespannt wie ‘n Flitzebogen!

(Pic via Apostrophe)

The best way

Feist: Brandy Alexander

Klare Antwort des jungen Steve Jobs.

Ach

Ólafur Arnalds: Untitled

… und einfach, weil’s so schön ist und erst vor drei Stunden online gestellt wurde, noch mehr aus der Living Room Songs Reihe von Ólafur Arnalds. Übrigens heißt die so, weil wirklich in seinem Wohnzimmer aufgenommen wurde. So, und ich wiederum verlasse jetzt mein Wohnzimmer. Pulli an und auf geht’s.

Trust

Yann Tiersen & Stuart A. Staples: A secret place

Seit einiger Zeit bin ich jeden Tag wie aufs Neue gespannt, was als nächstes passiert. So, als könnte ich es kaum erwarten, die Augen augzuschlagen und den Tag beginnen zu lassen, vor lauter Neugierde auf das, was kommt. Vielleicht meint der Text auf dem Bild oben ja dies. Denn was in der Vergangenheit liegt, ist nicht an sich schlechter, sondern vorbei, gell… Und allein deshalb, weil es eben vergangen und nichts so gut ist, wie das, was vor einem liegt: was man tatsächlich und wirklich gleich am eigenen Leib erfahren und erleben wird. Versprochen. Also, auf in den neuen Tag!

Zur Musik: Nein, da singt nicht Elvis the Pelvis. Yes aber, das ist die ebenso eindringliche Stimme vom Tindersticks-Frontman Stuart Staples, in einer Kooperation mit dem Franzosen Yann Tiersen. Und nein, der Song ist jetzt kein Zeichen. Ich fand ihn einfach nur schön. (Du weißt schon, Mäuschen. Hihi.)

Als ich sterblich war

Ólafur Arnalds: Near Light

Taufrisches Stück von dem isländischen Ausnahmekomponisten Ólafur Arnalds. Und nicht nur, weil der Künstler im Gegenzug für das Free Download seiner neuen Lieder darum bittet, möchte ich Near Light hier teilen. Darf man ganz laut hören. Wirklich wunderschönst ist das!

“Dies bedeutet, dass die zeitgenössischen Künstler daran arbeiten, nicht die Bedingungen zu dekonstruieren, sondern die Sensibilitäten zu erweitern: das sichtbar oder hörbar zu machen, was unsichtbar (oder unhörbar) ist. Also die gegebenen Sensibilitäten und ihre Formen zu verändern.” (Jean-François Lyotard)

(Music via Meggi)

Der Stille Sonntag *37

Four Tet: Unspoken

Bei Berlin Burger International in der Pannierstr. bekommt man wirklich oberleckere Burger. Man muss sie allerdings ein bisschen pimpen, jedenfalls den Veggie-Burger, finde ich. Bei meinem ersten Essen dort war ich noch ein bisschen mäkelig. Der Gemüseboller innendrin zerfiel nach dem zweiten Happs und irgendwie war das Dingen, trotz der delikaten Zutaten, zu groß und zu unhandlich und zu trocken und zu laff. Aber Trick 17 aus der Schublade gepackt und einfach zwei Extras zum nächsten Burger geordert, nämlich plus Extra-Sauße und Extra-Jalapenos. Und schwupps, war’s ein Burger Deluxe!

D.h., das sind Burger mit viel frischem Feldsalat statt einem müden Salatblatt, kein Ketchup, sondern einem leckeren Mangocurrydressing und bei der Veggie-Variante einem Gemüsebratling zwischen den Weißbrothälften. Mmmmmh!!!! Superchefig, umwerfend gut. Da juckte mich dann plötzlich nullstens, dass auch der zweite und dritte Bratling im Burger sofort auseinanderfiel, so ein dermaßen mampfiges Ding ist das. Außerdem muss man beim Burgeressen ja nicht wie eine Dame aussehen, gell. Schön aber, dass man “mach weniger”, also einen kleineren Burger bestellen kann oder als “Nimmersatt”-Variante den etwas größeren. Ach ja, wer keinen Käse mag, der muss die obligatorische Scheibe dazu abbestellen. Auch die Pommes sind im BBI übrigenz ganz lecker, allerdings ungesalzen, aber da kann man sich ja ggf. behelfen. Ebenfalls im Sortiment gibt es Kartoffelspalten, auch lecker, sowie Cheese Fries. Das sind Pommes für alle, die es ernährungstechnisch richtig krachen lassen wollen, also mit Käse überbacken, darüber noch ‘ne Kelle Chilli con Carne… Im Sommer kann man sich auf eine der Bierbänke vor dem schlauchförmigen Miniladen setzen. Mal sehen, was die sich für den Winter einfallen lassen, drinnen ist es nämlich ganz schön eng, es gibt dort nur wenige Sitzplätze. Der Laden ist aber immer gut besucht. Ich kann absolut verstehen, warum.

Die Burger gibt es mit Fleisch, aber auch vegetarisch und vegan.

* Berlin Burger International, Pannierstr. 5, 12043 Berlin. Montags bis samstags 12-23h, aber sonntags geschlossen!

(Music via Filter, pic via PPEEGG)

Einfache Formel

Cassius: I love you so

(Pic via cloudfront)

Ein Wolf?


Efterklang: Me me me in the Brickhouse

Dass einige, vielleicht auch viele Menschen Wehrlosigkeit nicht ertragen und Macht erst Recht nicht, dafür spricht ein Projekt der serbischen Künstlerin Marina Abramović aus dem Jahr 1974. Abramović hatte sich vor ihr Publikum gestellt und diesem erklärt, es dürfe während der Performance mit ihr machen, was es wolle. Sie bliebe, was auch geschehe, für die nächsten sechs Stunden passiv, die Zuschauer sollten über ihre Bewegungen und ihr Befinden entscheiden. Auf einem Tisch neben ihr lagen 72 Gegenstände verteilt, die das Publikum benutzen und damit in die Performance mit einbringen durfte. Das Repertoire reichte von Rose und Feder bis hin zu Peitsche, Schere, Skalpell sowie einer Pistole mit einer einzelnen Kugel Munition.

Zunächst reagierten viele mit Vorsicht und Anstand, fast schamhaft, auf diese Situation. Aber sobald ein wenig Zeit verging (und Abramovic weiterhin passiv blieb), wurden die Leute immer aggressiver. Abramović beschrieb das später mit den Worten: “Was ich dabei erfahren habe ist, dass, wenn man das Publikum nur lässt, es im Stande ist dich zu töten. Ich fühlte mich wirklich gewalttätig behandelt: Sie haben mir meine Kleidung abgeschnitten, Dornen in meinen Bauch gedrückt, jemand zielte mit der Pistole auf meinen Kopf, ein anderer hat sie ihm dann abgenommen. Dies hat eine ziemlich aggressive Atmosphäre heraufbeschworen. Nach exakt sechs Stunden stand ich wie geplant auf und lief auf das Publikum zu. Aber da rannten alle weg, sie flohen regelrecht vor der direkten Konfrontation mit mir.” Schlimme Erfahrung, das Ganze, schlimme Schlussfolgerung. Aber: Ich setz’ ja auf Menschen, die mehr mit Blümchen und Bienchen anfangen. Oder Vögeln, hihi. (*Kling!* Sie hörten ihren Heiligenschein sich anknippsen!)

Zur Musik: Efterklang waren im Frühjahr in der Volksbühne. Das war eines der besten Konzerte, auf denen ich war. Das Lied Me me me in the Brickhouse ist besonders hängen geblieben, das kannte ich vorher nicht. Hier isses’.

(Pic via cumbubbles, Abramović Performance via riot grrrl & ragata)

(Music for Lui, as family rules)

Let


Antony Hegarty: If it be your will (Leonard Cohen Cover)

Leonard Cohen Tribute, Antonys Beitrag. Wonderful!!! Früher dachte ich, Leonard Cohen, das sei nur alte Männer Musik. So kann man sich täuschen.

Nachtrag: So. Und eine Minute nach Veröffentlichung dieses Eintrags bzw. Fotos muss ich mich vom Kotzenden Einhorn fragen lassen, ob nicht vielleicht Männer die besseren Pin Ups sind. Kann man drüber streiten. Hab seeeehr gelacht. Hier noch mehr girls. Äh, boys.

(Pic by shutterspeed)

Ups

M83 feat. Zola Jesus: Intro

MORGEN: Nicht nur “Die Wohlgesinnten” im Gorki und der Artist Talk in der Neuen Nationalgalerie, sondern auch das Zola Jesus Konzert im Berghain sowie das von Modeselektor im Astra finden Donnerstag, den 29.09.2011 statt. Yirks, könnte man fast sagen!! Wie jedoch eine Freundin gestern zu mir meinte, das ist Jammern auf hohem Niveau. Recht hat ‘se. Zum Lied oben: Es fängt erst etwas poppig an, aber dann..! Hallend, fast bombastisch, mit Nika Roza Danilova aka Zola Jesus als Gastsängerin.

(Music via Meggi)

Erinnyen

Holy Sons: Satanic Androids

Das schlimmste Buch, das ich mehrmals weglegen musste, weil ich beim Lesen körperliche Schmerzen hatte, ist zugleich das Beste und Schlauste, was ich bisher an ganz aktuellen Texten über die Darstellbarkeit der Shoah von Seiten der Nachgeborenen gelesen habe: Die Wohlgesinnten von Jonathan Littel.

Vom deutschen Feuilleton größtenteils verrissen, Pornographie und Kitsch sei das, außerdem bräuchte man weder ein weiteres Buch aus der Täterperspektive noch einen fiktiven Roman über die Shoah. Überhaupt gelte doch u.a. Claude Lanzmanns Diktum, dass ‘darüber’ kein fiktiver Text geschrieben werden dürfe. Es wurden aber auch andere Stimmen laut, wie die des Historikers Klaus Theweleit, dass die deutsche Literaturkritik der Opferperspektive verhaftet sei und dem Buch einfach nicht gerecht werden könne.

Brutalste, detaillierte Schilderungen vom Töten, u.a. an der Schlucht von Babi Jar, an der innerhalb vom zwei Tagen mehr als 33.000 Menschen ermordet wurden. Auch die se*uellen Exzesse und Phantasien des Erzählers werden nicht ausgespart. Ersteres aber, so erklärte es Littel mal in einem Interview, sei wie eine Leinwand gewesen, die er bemalt habe, um das Grauen zu schildern, dem Leser keinen Ausweg zu ermöglichen, ihn zum Voyeur und Zeugen des Allerschrecklichsten werden zu lassen. Littel hat nicht einfach geschrieben, der Mann wusste ganz genau, worüber er schrieb, da ist auf über 1300 Seiten (!) so viel an Fachwissen und historischen Quellen drin, von Hannah Arendt zu Maurice Blanchot, Raul Hilberg, Viktor Klemperer, um nur wenige zu nennen. Darüber hinaus enthält es Verweise auf die klassische und moderne Literatur, so genannte intertextuelle Bezüge – der Text funktioniert jedoch auch ohne, dass man diese kennt. Wen eine wirklich gute Rezension zu “Die Wohlgesinnten” interessiert, hier ist eine in epischer Breite.

Die Wohlgesinnten, dieses Mammutbuch, wurde jetzt von Armin Petras am Gorki inszeniert. Petras musste Jonathan Littel ein halbes Jahr belagern, um ihm das Einverständnis für die Bühnenfassung abzuluchsen. Wichtige Bedingung Littels: Es dürfen keine Hakenkreuze oder andere Symbole im Stück gezeigt werden. Armin Petras hat dem Tip übrigens gerade ein Interview gegeben. Die Premiere war am 24. September 2011, morgen, den 29.09.2011 erneute Aufführung. Weitere Termine hier. Bin zum ersten Mal seit langem gespannt, wie ein Stück inszeniert wurde!

* Maxim Gorki Theater Berlin, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin

Der Stille Sonntag *36

Apparat: The soft voices die

„Um etwas kreisen bedeutet, davon besessen zu sein, aber auch, ihm auszuweichen; als könne man sich nicht von dem lösen, was einen verfolgt, und zugleich, als ob man es vermeide, ihm zu nahe zu kommen.“ (Jacques Derrida)

Artist Talk …

Future Islands: Tin Man

… mit Taryn Simon, von der ich ziemlicher Fan bin, in der Neuen Nationalgalerie! Am Donnerstag, den 29. September 2011 um 19:30h spricht die amerikanische Künstlerin über ihre frisch eröffnete Ausstellung A Living Man Declared Dead and Other Chapters. Akribisch bereitet Taryn Simon ihre Arbeiten in oft jahrelanger Recherche vor, dabei heraus kommen Fotos von geheimen Orten, einem Mann, dem es nicht gelingt zu beweisen, dass er noch lebt oder ukrainischen Waisenkindern. Wie mir ein Freund, der die Orte-Fotos in einer Frankfurter Einzelausstellung gesehen hatte, ist das etwas, das man noch Jahre später nicht aus dem Kopf bekommt.

Im Ausstellungstext heißt es: “Gerade durch den nüchternen Aufbau der Arbeit und dem objektivem Ton von Kamera wie Text vermeidet Simon jeglichen Kommentar zu den recherchierten Kapiteln; die Künstlerin zeigt Missstände, Verbrechen und Gräueltaten auf ohne anzuklagen. Es ist diese Diskrepanz zwischen dem dokumentarischen Charakter der Kapitel und den Inhalten, die sie transportieren, die die Arbeit ihre eindringliche, beklemmende Wirkung entfalten lässt. A Living Man Declared Dead and Other Chapters stellt den zivilisatorischen Fortschritt nicht infrage, Simons Arbeit enttarnt ihn als nicht-existenten Mythos.”

mono.kultur hat der Künstlerin auch die nächste Ausgabe gewidmet. Das Konzept: ein Künstler im ganzen Heftchen, dazu ein Poster mit den Arbeiten. Sehen superschön aus!

* Taryn Simon: A Living Man declared dead and other chapters. Vom 22. September 2011 -  1. Januar 2012, Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin. Sonntags von 11-18h geöffnet. 8,-Euro  (erm. 4,-) Eintritt. Genaue Öffnungszeiten hier.

(Music via Filter, Pic by Marco Suarez via Thisisnthappiness)

Dream whatever

Free Energy: Dream City

“Dein Schimmer, dein Schimmer

naht immer, naht immer.”

(Music via Filter)

Closer

Crispian St Peters: You were on my mind

Schmusen tun die Zwei nich’. Aber was ich sagen wollte: Mehr Radiohören! Das Lied gestern dabei wiedergefunden.

(Pic via Push the Movement)

Hallöchen

Zoo Kid: Out getting ribs

Und noch ein neuer Blog, diesmal ungleich amüsanter, für ein neues Phänomen, das Scarlettjohanssoning. Wie der Neologismus zustande kam: Das Handy der Schauspielerin wurde gehacked und futsch waren auch die Nackedei-Bildchen, die sie von sich in eindeutiger Pose gemacht hatte. Aber nicht, was ihr jetzt denkt, sondern vorm Spiegel, ihren hübschen Allerwertesten prüfend in die Kamera gehalten. Frei nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser… Das löste eine wahre Flut an Nachahmern aus, am liebsten mag ich dies, zu sehen auf Tush. Und aus Solidarität zu der nackeligen Scarlett zeig’ ich kein Foto von ihr, sondern lieber Annie, die sich freiwillig für die Öffentlichkeit blank gemacht hat. Zur Musik: Zoo Kid ist zarte 16. So sieht er auch aus, aber verdammt nochmal, so singt er nicht! Schönes Video, auch.

(Pic via Somehillbillie)

Willkommen in Absurdistan

“Es gibt nicht genug respeckt in unserem Land ich bin kein rasist aber wir müssen eine sprache lernen wen wir in ein anderes land gehen aber wenn die sogenannten Ausländer in unser land kommen lernen sie nicht unsere sprachen wiso ?? kann mir das bitte jemand erklären”

Ich hab’ mich nicht fünfzig Mal vertippt. Nach dem amerikanischen Vorbild “I’m not racist, but…” gibt es jetzt auch das deutsche Pendant, aus dem das Zitat oben stammt. Zum Fremdschämen und Wütendwerden.

Franz Kafka, der Säulenheilige Moderner Literatur, lebte übrigens in Prag. Einige solcher Deppen warfen ihm vor, nicht richtig deutsch sprechen bzw. schreiben zu können. Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist ja immer die Badehose schuld. Aber Qualität setzt sich durch. Ha!

(Zitat via Ich bin kein Rassist, aber…, Bild via Twisterella)

Blumenliebe

Aretha Franklin & Lauryn Hill: A rose is still a rose

Yessir, a rose is still a rose, hat mir mein Vater schon beigebracht, als ich noch ganz klein war. Und der muss es wissen, denn er ist der eifrigste und glücklichste Hobbygärtner der Welt. Alles Liebe zum Geburtstag, Papa!

Cn u c it

Kurt Vile: Baby’s Arms

(Pic via lickmyspandex)

Der Stille Sonntag *35

Norman Palm: WDYD

… pssssst! Semigeheimes Mini-Konzert von Norman Palm, heute den 18. September 2011 in der Z Bar, Bergstr. 2, Berlin. Beginnt um 19h, Eintritt 5,- Euro. Das Konzert wurde gestern erst kurzfristig angekündigt, um den Rahmen klein zu halten. Schöne Sache. Das Video zu Easy hat übrigens Frank Höhne gemacht, Spitzenillustrator und ein sehr witziger Typ. Mehr hier. So. Ich muss jetzt Haare kämmen, wieder in ‘ne Buxe springen, schnell noch mein Kreuzchen machen und los geht’s.

NACHTRAG: Es war übrigens ein oberfantastisches Konzert! Das nächste Mal sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen. So dürfen Sonntage gern verregnen.

(Pic via Takeheart)

schwarz/weiß

Tom Jones & Sammy Davis Jr.: It’s not unusual

Kleiner Nachtrag noch zu vorgestern: Ganz sympathisch, oder, wie sich Sammy Davis Jr. & Tom Jones gegenseitig aufs Korn nehmen.

What you wanna do

Tom Jones: It’s not unusual

Abwarten, Klappspaten!

(Pic via Alternativen)

Attacke

Apparat: Black Water

Apparaaat! Mit neuem, fulminantem Album, das am 23. September 2011 bei dem wohl renomiertesten Elektrolabel überhaupt, bei Daniel Millers Mute, erscheint. Apparat ist übrigens auch bei der Elektroformation Moderat, der Kooperation mit Modeselektor, dabei. Läuft ganz gut für Sascha Ring, dem Wahlberliner, der hinter Apparat steckt. Apropos: Wer die Hände frei hat, drückt mir heute die Daumen, okeeh? Auch Voodoopüppchen-Beflüsterung, Rosenkranzgebete und angezündete Räucherstäbchen sind willkommen. Firma dankt. Auflösung gibt’s dann ggf. in ein paar Wochen.

Remember

Lana del Rey: Blue Jeans

Die Sängerin Lana del Rey ist vor ein paar Wochen absolut durchgestartet. Spitzenstimme und dazu selbstgebastelte Videos: alle Musikblogs standen Kopf. Ihr letztes Konzert in London: innerhalb von zehn Minuten ausverkauft. Bei “Video Games” sieht man auch, was für ein schönes Mädchen sie ist, wirklich, aber was ist mit ihren Lippen los? Irgendwo habe ich gelesen, die habe sie sich absichtlich ‘verspritzen’ lassen, um mehr nach “White Trash” auszusehen. Hm. Macht man das? Mit 24? Wenn ja, dann wäre das zwar ziemlicher Quatsch, aber immerhin ambitioniert.

Ansonsten gibt Lana del Rey noch mehr Rätsel auf. Ist das ein Kunstprojekt? Eine neue Lady Gaga oder “Gangsta Nancy Sinatra”, wie Lizzy Grant, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, sich nennt? Die New Yorkerin weiß jedenfalls ziemlich genau, welches Image sie transportieren will. Was sie liebt, das sei der Film Noir, italienische Landschaften, große Kirchen, Achterbahnen sowie eine ziemlich schöne Liste an Musikern. Neben der alten Garde wie Bette Davis, Nina Simone, Elvis Presley, Leonard Cohen, Jeff Buckley und Kurt Cobain (mit der man nix falsch machen kann), findet man auch Frank Ocean und Antony & The Johnsons. Spätestens da dachte ich, hm, okay, vielleicht ist die Liste ja wirklich ihre eigene… Lana del Reys Stimme und Lieder, die sie selbst schreibt, mag ich jedenfalls sehr! Sie tritt am 30.09.2011 in der Volksbühne, Roter Salon, Berlin auf. Ein (gedrucktes) Portrait von mir über die talentierte Ms. del Rey erscheint übrigens auch kurz darauf, ich erwähne es dann nochmal. Hier jetzt ein neuer Song der jungen Dame, erst vor wenigen Tagen veröffentlicht: Blue Jeans. Bittesehr.

(Pic via Ahnini)

Yesterday

Beirut: Nantes

Der Stille Sonntag *34

The Woods: Hand it out

Bestimmte blöde Angewohnheiten sind einem gar nicht bewusst, deshalb ist es ganz schön, neue Leute kennen zu lernen. Das wirkt manchmal wie ein mildes Korrektiv. Eben traf ich zum ersten Mal auf die Nachbarin einer Freundin. Die lernt, glaube ich, kaum neue Leute kennen und ich wiederum kannte sie bis dato nur vom Hören. Denn man hört diese Nachbarin ‘nur’ – dafür immer.  Weil sie so laut mit ihrem Kind spricht. Oder mit Arkan, ihrem Mann. Das nervt sogar Besucher, die nur selten da sind. Jedenfalls traf ich im Hausflur dieser Freundin eben eine Frau. Sie lächelte ganz freundlich und nickte mit dem Kopf. So weit, so gut. Bis sie sich zu ihrem Kind ‘runter beugte: “Los, Azra, schneller, schneller, schneller.” Da war klar, es war die böse Nachbarin. Und Azra. Eigentlich ein schöner Name, aber man hört ihn nur gemotzt. Jetzt muss ich deshalb auch nur an Azrael denken, das ist die Katze von Gargamel. Aber dafür kann das Kind ja nix. Und ich mag nicht weiter herummosern. Lieber lammfromm sein. Und Herzchen statt Granatäpfel sehen. Ganz einfach. So!

(Music via Filter)

(PIck via lickmyspandex)

Your face so white

Youth Lagoon: Montana

So schöner Song.

Wer A sagt

Twin Shadow: Tyrant Destroyed

Die abc hat ihre Pforten geöffnet. Was als selbstbewusster Gegenentwurf zur allmächtigen Art Cologne und der angestaubten  Art Forum begannn, hat sich mittlerweile als Ausstellungskunstmesse von eigenem Format etabliert. 130 Künstler  aus 125 nationalen wie internationalen Galerien wurden diesmal für die diesjährige abc – zum Thema Zeitgenössische Malerei – eingeladen. Und das in der Riesenlagerhalle an der Luckenwalder. Ach, ja: Um einen “konzisen Überblick der Zeitgenössischen Malerei” geht es nicht. Solche Sammlungen darf man ruhig als licht- und kunstdurchlässige Vorschläge sehen. Hat den Vorteil, dass Augen und Kopf dann noch in andere Richtungen benutzbar sind, nech. Ich, ich geh’ aber erstmal auf die abc.

Zur Musik: Twin Shadow liebe ich erst so richtig, seitdem ich im Frühjahr auf ihrem Konzert im Lido (—nein, im Magnet!) war. Großartige Live-Band! Die Live Videos zu dem Song sind aber nicht so das Wahre, deshalb der Vimeo-Link zu einem Homemade-Video, das mit Tyrant Destroyed untermalt wurde. Ist zwar ganz schön geworden, aber vielleicht ‘n bisschen privat. Also: Augen zu und durch.

*Art Berlin Contemporary, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin-Kreuzberg, Mittwoch, 7.09.2011 bis So 11.9.2011. Geöffnet von  12h-21h, Sonntag nur bis 19h. Tageskarte 8,- Euro

(Pic via Metallicmoon)

Zurück in die Zukunft 2


Jamie T.: Calm down dearest

Altaaaa! Da bin ich nochma’ 14 und sitz’ mit meinen Geschwistern vor der Glotze… Die machen jetzt echt den vollautomatischen Marty McFly Schuh!!! (“Marty? Ein guter Name…”) Nicht in vier Jahren, nein,  in zwei Tagen steht der neue Air Mag angeblich im Regal. Mit Knopf zum Schuhezubinden, wie sich das gehört für einen dieses Namens würdigen Modells. Ich rast’ aus. Hier das Commercial, das die Aufregung noch befeuert. “Und das Hoverboard packen ‘se ma’ direkt mit ein, Mister, danke, Ihnen auch eine schöne Vergangenheit!”

Hier übrigens die bisher bereits erschienenen McFlys.

(Pic via Sabino)

Bright

Red Cross Commercial: Stars (directed by Alexsander Bach)

“When it is dark enough, you can see the stars.”

Oh, ja

Lykke Li: Tonight

“That’s the best ‘revenge’ of all: happiness. Nothing drives people crazier than seeing someone have a good fucking life.” (Chuck Palahniuk, Autor von Fight Club)

(Pic by Holger Pooten)

Ich hörte

Woodkid: Someone like you (Adele Cover)

Letzten Sommer kam Adele mit ihrem von Jack Rubin (—nix Jack Rubin. Rickyyyy! Rick Rubin heißt der Mann.) produziertem Album raus, das war eine kleine Sensation, ein ganz großer der Branche pickte sich die kleine Newcomerin aus. Someone like you mochte ich direkt. Hart an der Grenze zum Kitsch, aber Adele hat da irgendwie das Richtige draus gemacht. Nun hat Woodkid sich am Sonntag an ein Adele-Cover gesetzt und das Stück bei youtube hochgeladen. Weil ihm langweilig war. O-Ton! Meine Fresse, der Mann hat’s raus. Oder wie jemand unter den Youtube-Clip geschrieben hat: Ihm dürfte ruhig öfter langweilig sein.

Kleiner Reminder: Woodkid ist am 9. Oktober 2011 im Festsaal Kreuzberg, Berlin. Und am nächsten Tag tritt Heinz Heinza Strunk im Festsaal auf, by the way. Der schreibt nicht nur lustig, der liest auch lustig vor.

(Pic via Ahnini)

This once was an island

Beirut: The Penalty

“Es sind noch Lieder zu singen.”

35 Min. Epos


Kanye West Film: Runaway

Kanye West is the motherf*****g best

Hier der Film von Kanye West über einen wunderschönen Phönix. Der Soundtrack zu Kanye Wests Film ist, wie sollte es anders sein, seine eigene Musik, vom letzten Album My beautiful dark twisted phantasy. Oder nein, der 35-Minüter visualisiert die Musik, die schon da war. Komplett drüber, komplett super. Gedreht wurde in Prag, Kanye West hat Regie geführt, Hype Williams das Skript geschrieben, Vanessa Beecroft war Art Direktorin. Und Unterwäschemodel Selita Ebanks als der … Piepmatz. Ab Min. 13 der Part für Runaway. Luv it totally.

(Video via Sophia)

Der Stille Sonntag *33

Sparklehouse & Radiohead: Wish you were here

Gleich zwei musikalische Knaller. Der Träck oben, Radiohead mit einem Pink Floyd Cover (“Hello Herbstdepression!”) und daraufhin im nächsten Post der Kurz-Film von Kanye West…

(Music via Filter, Pic via lickmyspandex)

Häppi day

Chinawoman: Lovers are strangers

Usedom, wir kommen!!! Das Plantschbecken der Berliner, genauer, der kleine Badeort Zinnowitz auf besagter Insel, skandiert unsere Namen. Da lassen wir, eine kleine Truppe von Freunden, uns nicht zwei Mal bitten. Und fahren in aller Herrgottsfrühe mit dem Wochenendticket für genau einen Tag ans Meer. Der Zuch’ geht in ein paar Stunden, bis dahin muss ich noch was fertig schreiben, aber ich kann  die Füße jetzt schon nicht mehr still halten, so aufgeregt bin ich! Das Meer! Hurrah!!!

So. Und nun mäßigen Wir Uns wieder ein wenig (oder nur ein bisschen, denn: Pluralis Majestatis, hihi) und weisen darauf hin, dass Lars von Trier himself das Babylon Mitte mit seiner Anwesenheit beehrt. Um seine Retrospektive zu eröffnen, aber auch, um über seinen Satz “Okay, I am a Nazi!” zu diskutieren. Offenbar gibt’s da noch Klärungsbedarf. Ähm, jaaah… Darüber hinaus wird neben den vorangegangen auch Lars von Triers neuer Film Melancholia gezeigt. Da würd’ ich saugern hingehen, aber man kann ja nicht immer auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen, nech. So, Brüder und Schwestern, guter Dinge, der ich bin, spreche ich allen meinen Segen aus, morgen dann sollen es nämlich 28 Grad warm werden. In Berlin. Hallelujah!

Ach, ja, noch was: Chinawoman war wohl am Donnerstag in der Bar Tausend. Ich find’ die ganz gut, die Sängerin jetzt. Und heute Abend tritt die aus Toronto stammende Künstlerin mit slawischen Wurzeln nochmal in Berlin auf, im Heimathafen Neukölln. Super, oder?! Los geht’s um 20h, sie ist Vorband von Hidden Cameras. Abendkasse 15,- Euro.

* Retrospektive der Lars von Trier Filme von 2. September bis 24. September 2011 im Babylon. Mit Lars von Trier am 3. September 2011 (ab 19h) * Kino Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin * Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin

(Pic via lickmyspandex)

Fruity

Local Natives: Airplanes

Was ist die physikalische Formel für Arbeit? Wann durften Frauen in Deutschland das erste Mal wählen? In welchem Land sprachen sich 2009 die Bürger gegen den Bau von Minaretten aus? Was will das Derstec-Konsortium in der Wüste  Afrikas gewinnen? Hätten sie’s gewusst? Icke nich’. Außer die erste Frage, Kraft mal Weg, das kam wie aus dem FF, Unfugwissen aus Schulzeiten. Is’ klar, dass man die unwichtigen Dinge behält. Naja. Bildung ist ein Baum mit vielen Früchten.

Weil ich vorgestern auch erfahren habe, dass ein guter Freund und früherer Mitbewohner bald in der Stadt ist: ihm zu Ehren das Lied oben. Wir waren letztes Jahr zusammen auf dem Konzert. Local Natives live sind eine feine Sache. Der Schnauzbartmann sieht tatsächlich aus wie der junge Freddy Mercury. Und hat anders als in diesem Lied die meisten Vocals übernommen. Wie auch immer! L.i, ich freu mir ‘n Ast ab, dass du herkommst!

(Pic via takeheart)

Secrets

James Blake: The Wilhelm Scream

Das Bild oben stammt aus dem superfantastischen Bildband von Vivian Maier. Und was für eine superfantastische Geschichte erst dahinter steckt! Der Hobbyhistoriker John Maloof begibt sich 2007 in ein Auktionshaus und ersteigert eine Box voll mit Negativen unbekannter Herkunft. Als er sie gegens Licht hält, ist er hellauf begeistert. Sofort wird ihm klar, was für einen Schatz er da entdeckt hat und macht sich auf die Suche nach der ursprünglichen Besitzerin. Schnell findet er heraus, dass eine Vivian Maier ein Schließfach gemietet hatte, um ihre sage und schreibe 100.000 Negative und Fotos aufzubewahren. Erst als ihr Schließfach gepfändet und der Inhalt irgendwann versteigert wird, gelangen ihre Bilder über den eifrigen John Maloof an die Öffentlichkeit.

Viel ist nicht über Vivian Maier bekannt, die Dame war ihrer Umwelt Zeit ihres Lebens ein Geheimnis und bleibt es auch posthum (sie starb 2009). Man weiß jedoch, dass sie 1926 in New York geboren wurde und hauptberuflich als Nanny gearbeitet hat. Ihre Leidenschaft galt aber dem Fotografieren, mit einer Kodak Brownie Box Camera ausgestattet hielt sie auf ihren zahlreichen Reisen, aber auch in ihrem normalen Alltagsleben, 40 Jahre lang alles, was ihr vor die Linse kam, fest. Unermüdlich machte sie ihre Fotos in New York und Chicago, aber auch Frankreich und zahlreichen anderen Ländern, mit einem unglaublichen Gespür für den richtigen Augenblick. 1990 enden ihre Aufnahmen. Ihre Bilder aber sollte sie niemals auch nur irgendwem zeigen. Viele der Negative, die John Maloof ersteigert hatte, bekam somit erstmals ein Fremder zu Gesicht. Einmal ans Tageslicht geholt, avancierte Vivian Maier jedoch sofort zu einer der wichtigsten Street Photographer des 20. Jahrhunderts. Sagenhaft, oder?! Und weil schon die Suche nach der Dame so spannend war, wird es einen Film dazu geben. Hier der Trailer zu Finding Vivian Maier.

Der Bildband mit den Fotos von Vivian Maier erscheint am 1. November 2011. Vivian Maier: Street Photographer. Powerhouse Books 2011 (25,95 Euro).

I do love you, too

Dustin Wong: Infinite Love

“Was Schönes für Augen und Ohren.”

(Music via Meggi)



Familienbande


Nelly Furtado: Powerless (Say what you want)

Am Wochenende war ich aus, und zwar ‘richtig’! Eigentlich wollte ich arbeiten, aber mein Rechner war Donnerstagnacht über den Jordan gegangen. Alle Reanimationsversuche am Freitag scheiterten, also kapitulierte ich Samstagfrüh vor den Tücken der Technik und mein Computer, mit dem ich mittlerweile eine symbiotische Beziehung pflege, kam ins Apfelkrankenhaus. Und ich konnte mir aussuchen, ob ich mich lieber amputiert oder frei fühlen wollte. Ich wählte letzteres.

Dabei geholfen haben dürfte die Einladung meiner Schwester, sich ihrer ‘Gang’ anzuschließen. Gute Entscheidung, das! Die durch folgende, niedliche Email besiegelt wurde: “Liebe Nella, ich hatte zwar einen kleinen Schwipps, aber an das gute Gespräch mit Dir kann ich mich sehr wohl erinnern! Vielen Dank dafür!” Hm. Nun musste ich mal kurz scharf nachdenken. Wie unangenehm! Ich wusste zwar, dass wir uns gesehen hatten, konnte mich jedoch beim besten Willen nicht an eine längere Unterhaltung mit der so wohlmeindenden Emailschreiberin erinnern… Aber halt!  Wie mein entzückendes Schwesterchen neben ihr saß, guter Dinge und höchst unterhaltungsfreudig, das fiel mir wieder ein…

Eine knallharte Verwechslung also! Obwohl meine Schwester glatte zehn Zentimeter größer ist und schwarzbraune Augen hat, wohingegen meine grün sind, bringen uns die Leute in jüngster Zeit wieder sehr oft durcheinander. Und auch wenn wir vom Wesen her sehr unterschiedlich sind, schwillt uns stolz der Busen, wenn wir an die andere denken. Insofern ist eine Verwechslung gleichzeitig ein Kompliment. Wenn man schon aus einem Stall kommt, möchte man doch auch, dass das gewürdigt wird. Finde ich zumindest. Und liebe K., jetzt lass das mal mit den roten Ohren, wir freuen uns, Dich das nächste Mal zu treffen und keine Bange, in einem halben Jahr wirst Du Dich wundern, dass Du uns mal verwechselt hast. So ging das nämlich bisher jedem! Ehrenwort! Mit Spucke drauf und auf bald!

(Pic via Wwhiskers)

Yessir!

Carly Simon: You’re so vain

Wie mir ein kleines Vögelchen namens Kiks zwitscherte, soll Carly Simon, einst mit Cat Stevens verbandelt, diesen Song “für” Warren Beatty geschrieben haben. Die Freude bei Herrn B. wird wohl nicht so groß gewesen sein. Hihi.

(Music via Sophia)

Der Stille Sonntag *31

Portugal, the Man: So american (live)

Nu’ is’ passiert. Seit 30 Wochen schreibe ich immer sonntags, egal in welcher Verfassung, den Stillen Sonntag hier. Und gestern Abend dann, als ich todmüde um halb elf auf meinem Bett saß, den geliehenen Rechner auf meinem Schoß, das Kissen bereits im  Rücken, fiel mir ein phänomenaler Trick ein, wie ich ganz schnell die Augen zuklappen könnte: Der Stille Sonntag ist dieses Mal einfach ein Montag! Ha!

Also, hier ist er, der Stille Sonntag, der ein Montag ist, mit Portugal, the Man. Die  sind übrigens am 25. November 2011 im Postbahnhof. Bei ihrem letzten Auftritt in Berlin Anfang des Jahres war eine Freundin von mir beim Soundcheck dabei. In dem Gewusel schaute sie gar nicht auf die Bühne und dachte, da singe eine Frau. Als sie dann doch mal auf das Geschehen schielte, standen nur Jungs da! Aber das Schöne ist, der Frontman hat erstens keine Fistelstimme und zweitens würde man ihm die vergeben, sobald man vor ihm stünde (auch das ist verbürgt)…

Troy

John Frusciante: Murderers

Während ich das hier am Schreibtisch getippt habe, ratzte der Hund von einem guten Freund friedlich auf dem Platz zu meinen Füßen. Von Zeit zu Zeit passe ich auf den Köti auf. Früher wäre das nicht möglich gewesen, denn ich fürchtete mich sehr vor Hunden, selbst vor Mini- Kläffern. Mittlerweile mag ich auch Hunde gern. Die ersten Male, die besagter Hund von dem Freund bei mir war, ist er nach dem Gassi gehen immer an meiner Tür vorbeigelatscht. Das hat mich sehr irritiert. Ich dachte nämlich, Hunde hätten qua Geburt diesen Chip, dieses Navigationssystem frei Haus. Lassie hat doch auch immer Heim gefunden. Nix da bei Hot Dog, so heißt er, mein kleiner Gast.

Vor einigen Wochen war sein Herrchen mit ihm im Fuchsbau, um draußen auf den Holzstühlen ein kaltes Bier zu trinken. Hot Dog streunerte ein wenig um die Tisch- und Menschenbeine. Aber plötzlich war er weg. Nirgends aufzufinden, selbst auf das eindringliche Pfeifen seines Besitzers reagierte er nicht. Irgendwann suchten zehn Mann nach ihm, bis sie zu meiner Haustür vorrückten. Da saß er dann artig, der Kleine, als sei es das Selbstverständlichste der Welt und wartete schwanzwedelnd, dass ich hinunterkäme. Is’ klar, dass er mich spätestens damit um den Finger gewickelt hatte, der Fiffi. Ich bin ihm restlos verfallen. Apropos: Gerade fiel mir auch fast eine Wasserflasche um und damit weckte ich Hot Dog. Vorwurfsvoll blickte er mich an, ich entschuldigte mich sofort für den Krach und zack, schlummerte er nach einem gütigen Nicken wieder ein. Das is’ mal ‘n Hundeleben!

(Pic via White Styled, Music via Janni)

Eat well

Angus & Julia Stone: Big Jet Plane

Tomoko Yamane hat in Tokio bereits ziemlich erfolgreich als Köchin gearbeitet. Während eines Berlinurlaubs verliebte sie sich in die Stadt und blieb. Und eröffnete ihren legendären Catering-Service Okawari. Weil sie nicht alle Kräuter und andere frische Zutaten finden konnte, legte sie im Prinzessinnengarten, von dem ich großer Fan bin, ein paar Beete mit dem Vermissten an, fürsorglich, wie sie ist. So ist das mit den Feinschmeckern und Perfektionisten dieser Erde, wenn sie einmal wissen, mit welcher Zutat welches Essen wie zu verfeinern ist, baut man eben selbst das an, was die hiesigen Geschäfte und Märkte nicht hergeben. So viel Einsatz belohnt den Gaumen, der sich morgen freuen darf. Denn da gibt es im besagten Prinzessinnengarten, genauer: in dem wunderschön-verwunschenem Gartencafé, ein Dinner, mit dem Tomoko Yamane die Gäste an einer langen Tafel beglücken wird. Auf Tomokos Homepage kann man mal schauen, was sie so zaubert. Schnell anmelden, vielleicht ergattert man ja noch ein Plätzchen! Für 25,- Euro gibt es das Menü mit frischem Gartengemüse nach japanischer Zubereitung, aber auch Vertrauteres wie Mozzarella-Salat mit Ingwer-Honig-Dressing oder Bio-Lachs in Zitrus-Pfeffer Marinade… Genauer erfragen kann man das Menü unter gartencafe@prinzessinnengarten.net, dort auch die Reservierung hinschicken.

Und dann noch ein Song von dem australischen Geschwisterpaar Angus & Julia Stone. Das Lied oben hat letztes Jahr ziemlich abgeräumt, der Rest aus deren Repertoire ist mir ‘n bisschen zu singersongwritertraurig, aber Big Jet Plane find ich sehr schön. Bittsche’.

*Prinessinnengarten (direkt am Moritzplatz), Prinzessinnenstr. 15, 10969 Berlin-Kreuzberg sowie *www.okawari-berlin.de

(Thanks to Tomoko Yamane for the beautiful pic above. Event via cee cee)

Muss Wasser haben

Jay-Z & Kanye West: Otis

Ich bin ein leidenschaftlicher Jogger. Da kommen einem gute Gedanken. Weil aber mein Immunsystem für ein halbes Jahr brach lag und alle Viren dieser Welt eingeladen hatte, sich bei mit einzunisten, musste ich einige Monate lang darauf verzichten. Wenn ein Gebrechen dem nächsten die Klinke in die Hand drückt, pausiert man irgendwann sogar freiweillig. Da konnte ich mein Glück kaum fassen, als ich die ersten Male wieder so richtig die Beine unter die Arme nehmen konnte. Sobald die Sonne herauskommt, werden jetzt die Turnschuhe umgeschnürt und je näher ich am Kanal entlanglaufe, desto mehr Endolphine tummeln sich plötzlich fröhlich im Körper. Deshalb habe ich mich gefragt:

Warum mögen Menschen das so gerne? Selbst die, die es als Inhalt einer zerbeulten Plastikflasche verschmähen, freuen sich unermesslich, wenn sie aufs offene Wasser blicken. Auch der Obdachlose, der sich gestern ein Traum-Plätzchen gesichert hatte, schnarchte zufrieden auf der Bank, die sich zwischen den Büschen – ein paar Stufen runter zum Kanal  hin direkt am Wasser und etwas versteckt von der Promenade – befindet. Das war wohl mal ‘n Nickerchen! Zumindest für diese Stunden schierer Luxus. So ist der Sommer zurückgekehrt in diese Stadt und ich will gar nicht groß schimpfen über die vergangenen Wochen, sondern freu mich. So wie die spanischen Punks, die ihren alten Bulli seit geraumer Zeit an der Ratiborstr., kurz vor der Burg am See, parken. Die schmeißen jeden Tag ihren mitgebrachten Grill an. Und haben dafür auch noch eine Parkbank in Beschlag genommen, damit sie schön am Klapptisch essen können. Bequem ist schließlich nicht gleich spießig! Und solang die Musik so schrebbelig aus einem Ghettobluster kommt, bleibt ja noch genug Raum für Anarchie!

Und jetzt alle Kanye West und Jay-Z laut aufdrehen! Da würden sogar Gargamel, Gaddafi und Darth Vader anfangen, fröhlich summend Blümchen zu pflücken, so gute Laune macht’s.Viel Spaß und ein schönes Wochenende!

(Pic via Bohemian Spirit)

(Music via Meggi, sänk you so much, Kleines! Überschrift via Magnus)

Ich, schaukelnd

The War on Drugs: Come to the city

“Ach, wie schön es war und wie mir die Luft wohltat; mir war, als flög ich in den Himmel.” (T. Fontane: Effi Briest. Hamburg 2009 [1896]). Wer seiner tiefsten Natur nach den Betörungen einer solchen Schwerelosigkeit notwendig zustrebt, der kann nicht zu Recht schuldig gesprochen werden.

So. Und weil Filter, mein Hin-und-wieder-manchmal-auch-oft-Musikredaktuer schon seit Monaten mit der Band oben in den Ohren liegt: Bittesehr. Baby Missiles war nicht so meins, hiermit, Come to the city, kann ich mich anfreunden. Sehr sogar. Danke, Filterchen!

(Pic by Magnus Pettersson)

(Music via Filter)

Guter Rat ist nicht teuer

Beck & Sia: You’re the one that I want (live)

Sagen Sie jetzt nichts

Loriot: Sie haben da was

(Pic via Takeheart)

Der Stille Sonntag *30


My Morning Jacket: Touch me, I’m going to scream

(Pic via lickmyspandex)

Hingabe


Bon Iver: I can’t make you love me

“Hat das Wort heilig eine Bedeutung für Sie?” “Ja. Aber ich würde nicht das Wort holy, sondern das Wort sacred benutzen. Es hat mehr mit dem Geheimnis des Menschseins zu tun. (…) Die Hingabe an eine Sache und das Bekenntnis zu einer Aufgabe können etwas Heiliges haben. Man verpflichtet sich beispielsweise der Kunst. Das ist ein Bekenntnis zum Leben. Man legt sich fest, obwohl das Spiel des Lebens so viele Unbekannte hat; man überantwortet sich der Suche nach Wahrheit, obwohl die Welt bis ins Letzte nicht erkennbar ist.” (Ralph Fiennes, Das Böse ist nur eine Idee. In: Die Zeit vom 14. Juli 2011)

(Pic via Accent Marks)

It’s easy

Cat Stevens: If you want to sing out, sing out

“Gut, vielleicht will man sich ja mal benutzt fühlen. Aber geschändet? … Nein, danke!” sagt Sophia in süffisantem Ton, als sie aus ihrem Text “Sag mal, hast Du eigentlich S*xmacken?” vorliest. Als ich Sophia das erste Mal im richtigen Leben, nämlich auf einer Silvesterparty traf, bestand ihr Beitrag für das Buffet aus einer ganzen Garnison an selbst gefertigten Petit Fours in Form von P***ssen, also dem, was Adam von Eva unterscheidet. Ich war sofort entzückt über so viel Liebe zum Detail! Übrigens spare ich nun manche Wörter aus, um weiterhin von Spam auf meinem Blog verschont zu bleiben.

In diesem Sinne begnüge ich mich auch mit den Sternchen nach dem großen Buchstaben und mache die Bühne frei für die schöne Sophia. Die liest ganz unverblümt im Fräulein Rottenmeier Look aus ihrer Kolumne. Erika Berger saß ja auch immer im Kostümchen auf ihrer Couch! Und danach, danach den Song oben ganz laut aufdrehen. Den hatte Cat Stevens alias Yusuf Islam für den Film Harold & Maude geschrieben. Das war 1971. Und jetzt, 2011, meine Damen und Herren, wird er nicht nur bei mir in der Dauerschleife gespielt. Wie sich die Wege immer kreuzen!

(Video by Sophia)

Alles zu seiner Zeit

Little Dragon: Test

So! Frühling, Arschloch, Herbst und Winter, einem von euch geb’ ich noch ‘ne Chance….

This is a song

Edward Sharpe & The Magnetic Zeros: Simplest love (live)

Alexander Ebert aka Edward Sharpe & The Magnetic Zeros spielen heute Abend im Festsaal! Der Mann hat ein ziemlich bewegtes Leben hinter sich… Mehr hier, noch ausführlicher hier und hier. Ein bisschen kann ich aber nochmal zusammenfassen: Als Teil von Ima Robot kannte sich Alex Ebert nicht nur bestens mit allen chemischen Substanzen dieser Erde aus, auch das weibliche Geschlecht war ihm recht vertraut. Als Edward Sharpe dann hätte er fast die Welt gerettet und sich in Jade Castrino verliebt. Man hätte ihnen einen ganzen Stall voller Kinder gewünscht, so schöne Lieder hat er für sie geschrieben. Die beiden sind mittlerweile nicht mehr zusammen, Kinder kamen auch keine, aber ihre Lieder singen sie immer noch. Oben, das superschöne Stück, ist eines dieser Findlinge, besser aber heute Abend anhören, live, in Farbe und in bunt.

12 Jahre

Arcade Fire: My body is a cage

Als ich vor ein paar Monaten in Schweden war, habe ich nicht nur fleißig gebloggt (Tag 1, Tag 3, Tag 5, Tag 6),  sondern auch ‘n bissken was an Kultur gemacht. Ich war zum Beispiel in der Gregory Crewdson Ausstellung am Stockholmer Sergels Tørg, das ist so ähnlich wie Berlin, Alexanderplatz – nur mit einem phänomenalem Museum mittendruff, statt Karstadt und Saturn, sozusagen. Das schwedische Kulturhuset bildete auch den Auftaktort von Crewdsons Wanderausstellung “In a lonely place”, die mittlerweile im C/O Berlin gezeigt wird. Und was man da zu sehen bekommt, sind wirklich allereinsamste Orte. Eine Handvoll Arbeiten, an der teilweise 150 Menschen das Set gestaltet haben. Alles fotografiert zwar, aber der Komposition nach sonderbare Gemälde, in diffuses Licht und verblichene Farben getaucht. Aufwendig in Szene gesetzte Alltagsgeschichten, bei denen einen das Grauen beschleicht.

In einem Interview hat Crewdson mal erzählt, dass er als kleiner Junge immer wieder über dem Arbeitszimmer seines Vaters (ein Psychotherapeut) hing. Die Ohren fest auf den Fußboden gedrückt, belauschte er heimlich dessen Patienten. Eigentlich sei es dann auch diese eine Geschichte gewesen, die er als Fotograf immer wieder neu habe erzählen wollen. Nämlich, wie das Entsetzen die Fassaden der Normalität einreißt. Crewdsons Bilder sind perfekt arrangiert. So dermaßen stilisiert, dass es weh tut. Seine Fotos sind im wahsten Sinne unheimlich, irritierend, verstörend. Und dabei schön, glatt, wie der Teil eines Films, kein Wunder, dass dann auch Tilda Swinton, Julianne Moore und Gwyneth Paltrow die Statisten spielen durften. In Unterwäsche oder dünnen Kleidchen starren sie ins Leere. Ich weiß nicht so Recht, ob ich’s gut fand. Irgendwie ja, irgendwie nein. Vielleicht macht sie das ja gerade gut. Idunno!

Auf einmal kommen aber (nach der nächsten Serie, den Italien-Bildern) die ebenfalls in Schwarz-Weiß gehaltenen Bilder von abertausenden Glühwürmchen. Fireflies, stilistisch ein absoluter Bruch und der dritte Teil der Ausstellung, ist bei Crewdsons Eltern in Becket, Massachusetts entstanden – innerhalb von zwei Monaten, in denen Crewdson, frisch getrennt von seiner Frau, jede Nacht wie besessen dem Treiben der Glühwürmchen folgte. Unendlich viele Lichtpunkte, die sich vom Schwarz abheben, sind als Fotos entstanden. 12 Jahre sollte es dauern, bis sich Crewdson wieder an diese Fotos herantraute und sie aus der Kiste, in die er sie sofort nach dem ersten Schauen packte, befreite. Diese Arbeiten: irgendwie naiv und wunderschön zugleich. Als sei damals, vielleicht durch den Furor, Leben in die Bilder gekommen.

Gregory Crewdson: In a lonely place vom 2. Juli bis 4. September 2011 im C/O Berlin, Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36, 10117 Berlin

(Pic via Haw-lin)

Der Stille Sonntag *30

White Beasts: Invisible

Heute war wieder der Flohmarkt im Prinzessinnengarten. Mittlerweile ist der ziemlich gut besucht, viele junge Leute, Eltern mit Kindern, aber auch Omis und Opis, dänische Touristen und das Kreuzkölln-Publikum tummeln sich auf dem Gelände, der aufmerksame Blogleser weiß Bescheid. Dass die Stände für die überwiegend privaten Verkäufer neben den mobilen Kästen und Säcken mit den Beeten stehen, ist schon sehr charmant. Aber ich kriege einfach nicht genug von dem Kaffee unter den Baumwipfeln… Einmal im Monat wird der Nowkölln Flohmarkt im Prinzessinnengarten zu Gast sein. Wer es heute verpasst hat – nächstes Mal unbedingt hin!

(Pic via Sabino)

Heiligenschein

Video: Wer war’s?

Cody, Ruffie & Maggie müssen bei Frauchen zum Rapport. Einer der drei kleinen Hunde hat was ausgefressen. Is’ sofort klar, wer was auf dem Kerbholz hat… frei nach: weiße Schale, ganz schwarzer Kern. Zum Lachen!

(Pic via Papillionis)

Einfach

Vampire Weekend: Oxford Comma

(Pic via Honeybunnywalk)

Sie nennt es Arbeit


Woodkid: Iron

Yoann Lemoine ist der Mann, der sich hinter Woodkid verbirgt. Der 28-jährige Franzose hat sich bereits als Regisseur hervorgetan. So hat er Musikvideos für Katy Perry gedreht, Hype Williams und David LaChapelles Produktionsfirma finanziert seine Filme. Für seine Anti-Aids-Kampagne kassierte er direkt ein paar Preise (ganz witzig: Da kann ein laufendes P***s-Graffito blanko keine Frauen klarmachen und wandert traurig durch die Klo-Landschaft. Bis es ein, ja bis… selber ansehen!). Erfolglosigkeit buchstabiert sich jedenfalls anders. Und als wär das alles nicht genug, macht er nu’ auch selbst Musik, der Yoann Lemoine. Oben seine erste EP, Hut ab!, mit der er am 9. Oktober 2011 auch in den Festsaal kommt. Solche Sachen wie das Kondom-Commercial schickt mir übrigens mein Schwesterchen zu, die ist Wissenschaftlerin und forscht über irgendwelchen Schweinskram. Nicht privat, nein, mit dem Segen akademischer Würden, wohlgemerkt. Sie nennt es Arbeit. So, so!

(Woodkid & Lemoine via Meggi, Pic via Alternativen)

Global gepflegt

The Antlers: Putting the dog to sleep (live)

Alle paar Jahre wieder erscheint eine bestimmte Firma auf dem Jahrmarkt der Öko-Eitelkeiten, welche die urbane und/oder mode- wie körperbewusste Frau von heute wenn nicht schätzen, dann zumindest kennen ‘muss’. Vor ein paar Jahren war sogar international Dr. Hauschka in aller Munde. Dabei gab es die schon seit Urzeiten, nur, dass jetzt der Anthroposophen-Kram ausgeblendet wurde. Waldorf-Schüler gar sind mit Weleda-Produkten groß geworden und wer etwas in Sachen Haare auf sich hielt, ‘musste’ vor ein paar Jahren die Aveda Shampoos ausprobieren. Gerade ist Kiehl’s groß im Kommen, Susanne Kaufmann hat ihre Linie lanciert und bestimmt gibt es noch einiges mehr, was unbeachtet an mir vorbeigezogen ist. Alle diese Produkte eint, dass sie nicht nur auf der Bioschiene mitfahren, sondern auch so riechen: irgendwie nach Erde, aber auf keinen Fall nach Hubba-Bubba-Kaugummis oder ähnlichem Öko-Frevel.

Neulich drückte mir eine Freundin eine Probe in die Hand. Die Haar-Kur von Aesop. Aha, wieder so ein Wir-machen-uns-Gedanken-Produkt. “Probier’s mal aus”, sagte meine Freundin gutmütig. Also probierte ich. Und staunte Bauklötze. Aesop riecht zwar ebenfalls nach Erde, wirkt aber wahre Wunder. Ich schwöre! Meine Haare, ziemlich viele, ziemlich lang und sehr gewellt, trage ich fast immer zusammengebunden, denn sie sehen auch mit viel Pflege meist ziemlich verhurzelt aus. Nach der Behandlung mit dem Zeug sind sie aber weich und griffig und gesund. Rapunzel (das bin ich) lässt fortan ihr Haar herunter, Aesop & Kiki sei Dank.

Apropos Dank: Das wunderschöne Bild oben hängt auch bei mir im Wohnzimmer. Sein Anblick beschert nicht nur mir große Freude, sondern erntet stets aufs Neue die Bewunderung meiner Gäste. Sänks nach Hambuarch!

Zur Musik: Das neue The Antlers Album ist draußen. Juhu!

Die Aesop Produkte gibt es im Murkudis Store, der ist jetzt in der Potsdamer Str. 89, im Hinterhof, rechtes Quergebäude. Davon aber ein andermal mehr.

(Pic by Marius Wolfram)