Tracey Enim, Strangeland

by Nella

Poetisch, fast hypnotisch, mitunter auch verspielt, weise und sehr traurig. Gleich die erste Seite ihres autobiographischen Erzählbandes zieht einen in Tracey Emins Bann. Trotz vieler Schrecklichkeiten, welche die britische Ausnahmekünstlerin in Rückblenden und Traumfetzen Revue passieren lässt, hört man nicht auf, dieses Buch zu lesen, ihr Witz, ihre übermutige, auch destruktive Verrücktheit, ihre Stimme lassen es nicht zu, ihrer Anziehungskraft kann man sich kaum entziehen. Dieses Buch ist Teil von Tracey Emins Kunst, die man vulgär, kitschig und exhibitionistisch nennen kann – oder man löst sich von voyeuristischen Fragen, was davon wahr oder authentisch oder zu viel sein könnte. Und dann ‘funktioniert’ Tracey Enim – sofort und unmittelbar.

Tracay Enim: Strangeland. Farkas Verlag 2. Auflage 2009.

(Pic by Tracey Emin)