M29 – Berlins Buslinie der großen Unterschiede

by Nella

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Mit den Bussen Berlins kann man sich einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Dabei bedient die M29 sehr unterschiedliche Gegenden. Ein ziemlich cleveres Video mit Info-Material zu politischen und sozialen Milieus der Busroute hat die Berliner Morgenpost erstellt. Die Videotour selbst, untermauert von den Statistiken darunter, “zeigen die Gegensätze – Haltestelle für Haltestelle.”

Damit illustriert das Projekt der Berliner Morgenpost im Zusammenspiel von Video und Graphik eindrücklich: Ganz am Anfang der Route im Grunewald steigen die begüterten Opas ein, am Ende die Familien an der Armutsgrenze, die mit der Hälfte des Einkommens (pro Haushalt wohlgemerkt, und nicht pro Kopf!) auskommen müssen.

Im Grunewald beträgt das durchschnittliche Einkommen pro Haushalt nämlich 4124,- Euro, an den letzten Haltestellen um die Pflüger Str. in Neukölln 2660,- Euro. Während im Grunewald das Einkommen auf zu einem Drittel auf Rentnerhaushalte berechnet wird, setzten sich in Kreuzberg und Neukölln die Haushalte aus Familien mit mehreren Kindern zusammen. Denn um den Moritzplatz zum Beispiel ist jeder fünfte Anwohner unter 18 Jahren, während im Westen jeder dritte Anwohner zu den Senioren zählt. Die Kaufkraft sinkt im Verlauf der Haltestellen dementsprechend um ein trauriges stolzes Drittel.

Wie man Stadtsoziologie und Konsorten begreifbar macht. Danke für dieses super Projekt, Berliner Morgenpost!

(via Dennis und Meggi)