Der Stille Sonntag *117

by Nella

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Jeff Buckley: Yeh Jo Halka Halka Saroor Hai

Ich bin keine Stimme

Ich bin das singende Feuer

Was du hörst, ist das Knistern in dir

(Nusrat Fetah Ali Khan nach einem Vers von Dschalal ad-Din Rumi)

Der Rolling Stone bezeichnete Nusrat Fateh Ali Khan einmal als die beste Stimme der Welt. Und ich habe noch nie zuvor etwas von ihm gehört. In der Jeff Buckley Doku (siehe Post von gestern) taucht der afghanisch-pakistanische Sänger jedoch auf, weil er seinem jungen, amerikanischen Kollegen maßgeblich beeinflusste. Und zwar an einem Punkt, an dem dieser stimmlich nach neuen Wegen suchte – und “der König der Öffnung zum Erfolg” (wie Khans Name wörtlich übersetzt lautet) ihm diesen mit seinem Quawwali-Gesang ebnete.  Am Anfang lacht das Publikum noch, als Buckley das erste Lied, dass er von “seinem Elvis” gehört hatte, bei seinem Gig selbst anstimmt. In der Originalsprache Urdu natürlich. Buckley, bei seinen Performances oft zwischen Pathos und Humor changierend, lässt sich davon nicht beirren und singt mit heiligem Ernst und Enthusiasmus. Als er sein Publikum animiert, mit zu klatschen, “So machen die das in Pakistan!”, ist das auch dem letzten klar: Hier würdigt ein Sänger den anderen auf die beste Art und Weise. Applaus.

(Pic via Diorina)