Friends

by Nella

marianne

Leonard Cohen, Bob Johnston: Bird on a Wire

Leonard Cohen lebte eine ganze Weile in einer Künstlerkolonie, und zwar auf der griechischen Insel Hydra. Damals war er noch ein unbekannter Dichter, sein erstes Musikalbum noch gar nicht geschrieben. Da sah er in einem Lebensmittelgeschäft Marianne Jensen, die Frau des Dichters Axel Jensen, und lud sie in die gesellige Runde zu sich und seinen Freunden ein. Cohen sagte über seine erste Begegnung mit der Norwegerin: “Sie war die schönste Frau, die ich je gesehen hatte.” Bald darauf wurden die beiden ein Paar, auf der Rückseite seines zweiten Albums “Songs from a Room” ist ihr Foto in ihrem gemeinsamen Zuhause zu sehen. An diese Zeit erinnerte sich Marianne fast fünfzig Jahre später so: ” Wir waren die ganze Zeit in der Sonne, wir spielten, wir tranken, wir diskutierten. Es wurde geschrieben, wir liebten uns … – es war absolut fabelhaft. Ich glaube, ich habe fast die ganzen fünf Jahre lang keine Schuhe getragen.”

Kurz vor Ende der Beziehung spielte Cohen ihr ein Lied vor, “So long, Marianne”, den Namen englisch ausgesprochen. Als er zu Ende gesungen hatte, sagte sie zu ihm mit ihrem melodischen norwegischen Akzent: “Wie gut, dass nicht ich gemeint bin. Mein Name ist nämlich Marian-NE!”. Daran muss ich denken, wenn ich einen Leonard Cohen Song höre. Oben aber nicht besagtes Abschiedslied, sondern “Bird on a Wire”. Allein, weil Produzent Bob Johnston seinen Part so großartig singt. Und überhaupt.

Ein ganzes Interview mit Marianne Jensen, später Ihlen, hier.

Übrigens kann man die Insel Hydra besuchen. Sie ist jedoch eher auf Tagestourismus ausgerichtet. Hotelanlagen, Clubs und Autos sind verboten. Soll kein Lärm und nix die Ruhe stören.

(Pic by Leonard Cohen from the Album Songs from a Room)