Channy Leneagh, Poliça: Portrait

by Nella

In den letzten Wochen war ich ein kleines, fleißiges Bienchen. Und ein bisschen stolz bin ich auf die Arbeiten, die dabei herumgekommen sind. Zum Beispiel auf das Portrait der wunderbaren Sängerin Channy Leneagh von Poliça. Mit ihr habe ich bereits Anfang Mai gesprochen. Und wie die Huffington Post schon schrieb: „Der Erfolg dieser Band wird riesig.“ Hier ein kleiner Auszug. Voilá.

„Poliça ist die beste Band, die ich je gehört habe.“ Nicht nur Grammy-Gewinner Justin Vernon aka Bon Iver, sondern auch Show-Größen wie Jay-Z sind ziemlich angetan von der Elektro-R’n’B-Formation aus Minnesota. Das Erstaunlichste: Die Band wurde erst vor einem Jahr gegründet. Von der Sängerin Channy Leneagh, nachdem sie sich von ihrem Mann und der gemeinsamen Band „Roma di Luna“ trennnte.
(…) Arrangiert wurde das Ganze mit gleich zwei Drums, einem Bass und – keiner Gitarre. Denn die wird durch die Stimme Leneaghs ersetzt, die virtous die Melodie führt. Ihr klarer Gesang, durchbrochen von darüber gelegten Autotunes, trägt traumsicher durch die Musik neuer Innerlichkeit und führt das Raue mit dem Zarten zusammen. Nach nur einer Handvoll Studio-Aufnahmen stand das Album „Give you the Ghost“.

Am wichtigsten sind Leneagh die Lyrics aus dem Song „Amongster“, weil sie ihr eigenes Leben exakt widerspiegeln: eine große Zerrissenheit. (…) „Es geht mir nicht um die schreienden Ungerechtigkeiten wie den Hunger oder vebrecherische Regimes. (…) Es geht (…) um mich als einzelnen Menschen. Ich war immer fasziniert davon, warum ich dieses große Bedürfnis danach habe, allein zu sein und meine Ruhe zu haben von diesem ganzen Herzschmerz. Und gleichzeitig die Nähe von jemand anderem brauche. Das sind die Konstanten in meinem Leben: Nähe und Ferne.” (…)
Diese private Dimension schenkt sie ihren Hörern und macht sie allgemeiner zugänglich. Wenn Leneagh singt „I was married to the wandering star, now the world turns without thee“, versteht man die Kraft ihres Gesangs – auch ohne zu wissen, dass ihr Exmann Alexei Moon Casselle heißt.
Wie sie eigentlich mit dem Erfolgsdruck umgehe, darauf antwortet Leneagh: „Ach, ich versuche, mich nicht zu doll darüber zu freuen, sondern einfach meine Arbeit weiter gut zu machen.“ Ob sie immer so zurückhaltend und bescheiden sei? Da erklingt es, ihr herzliches Lachen: „Das hat meine Mutter mir auch letztens gemeint: ‚Untersteh dich zu sagen, du hättest diesen Erfolg nicht verdient!’ Ja, da sollte ich wirklich besser auf sie hören!“

(Der ganze Text zu lesen in: Nella Beljan: Poliça. Das Herzzerreißende der Stimme. In: Fräulein Magazin Nr. 7 (2012), S. 18.f. Pic via Twisterella: Tataralandscape)