Keep their little heads

by Nella

Fleet Foxes: Winter Hymnal

Das Hokusai-Bild von gestern hat gleich mehrere Menschen in meiner Umgebung mobilisiert. Zum einen schickte mir ein Bekannter den Link zur Arte-Sendung von Raphaël Enthoven zu. Das ist zwar nicht in erster Linie, aber dennoch jener von Carla Bruni besungene Raphaël, der so schön sei wie ein Engel und in der Horizontalen ein wahrer Teufel. Provokant war das Lied auch deshalb, da sich Bruni kurz vorher erst vom Vater Raphaël Enthovens, dem Intellektuellen und Verleger Jean-Paul Enthoven, getrennt hatte und Raphaël Enthoven sich wiederum von seiner Ehefrau und Sandkastenfreundin Justine Lévy (ihres Zeichens Tochter des Star-Philosophen Bernard-Henri Lévy). Justine Lévy schrieb nach der Scheidung zwar kein Lied, aber ein Buch über eine Botox-Hexe, die Männer wie Trophäen behandele und auf ihrer Jagd über Leichen gehe. Auch der gehörnte Jean-Paul Enthoven verfasste danach einen wenig schmeichelhaften Text über La Bruni. Die so turbulent begonnene Beziehung des Models mit dem Philosophen scheiterte jedoch und wer die Nachfolge in der Gunst der Dame antrat, ist ja hinlänglich bekannt. Ganz schön viel Seifenoper, wa?!

Wieder zurück zur Arte-Sendung mit Raphaël Enthoven, die er nicht nur moderiert, sondern übrigens auch selbst produziert. Enthoven stolziert wie es sich für einen ordentlichen Philosophen gehört mit wehendem Haar und seinem Freund und Kollegen Frédéric Schiffter durch Paris und parliert mit ihm über Wasser, Wellen und das Surfen. Der graumähnige Schiffter doziert dabei aus einer sehr europäischen Sicht über Hokusais “Die große Welle von Kanagawa” und dementsprechend über die angebliche Melancholie beim Schauen auf diese Wellen. Hm. Zwar zeigt Hokusai die große Kraft der Wellen auch in ihrer Dramatik, u.a., da die kleinen Fischerboote nunmehr unbemannt sind und man keinen Hinweis auf das Verbleiben der Fischer erhält. Im Vordergrund steht aber doch diese Urgewalt des Wassers, die Bewunderung für die Kraft des Ozeans sowie die Relativität der Perspektive. Also halte ich es in diesem Sinne auch mit der Weiterinterpretation des Bildes, das mir eine Freundin  geschickt hat. Da wurde der kleine Max hineingemalt, der Junge aus Where the Wild Things Are. Der hat ebenfalls Spaß in den Backen, wie er da in seiner schaukelnden Nussschale auf die Welle zusteuert. Wie auch immer, jede Menge interessante Sachen konnte man aus dem Arte-Beitrag trotzdem erfahren. Also, vielen lieben Dank an Sebastian B. und Kari für die beiden Hinweise! Und als Musik die Fleet Foxes mit ihrem Lied über Wasser in einem anderen Aggregatzustand, nämlich der Hymne über den Winter-Schnee.