Das Wort zu Acta

by Nella

Matthijs Vlot: Hello (Lionel Richie “Cover”-Movie-Remix)

Das Internet hat so fantastische Kulturtechniken wie Remixing und Sharing erblühen lassen. Dabei geht es darum, den Verteilerkreis von etwas Fantastischem zu erweitern. Oder man wird von etwas angeregt und variiert es in seiner eigenen Sprache. Hierbei Plagiat und Urheberrechtsverletzungen zu sehen, zeigt, wie systemfern mancherlei Entscheidungsträger agieren. Ein paar treffende Stichworte dazu haben die Leute von netzpolitik formuliert: Das Urheberrecht sollte nicht zementiert, sondern reformiert werden, um es an das digitale Zeitalter und das Nutzerverhalten anzupassen. Im Netz haben sich bereits bestimmte und wichtige Ehren-Kodizes entwickelt, an die sich die nicht-kommerziellen User auch halten. An vorderster Front: Credits zu verteilen und seine Quellen kenntlich zu machen.

Das System schützt sich übrigens selbst: Wer sich nicht an die internen Regeln hält, findet auch keine Aufnahme in der Mischpoke. (In sein Wohnzimmer lädt man ja auch keine Rüpel ein, die ihre dreckverkrusteten Stiefel aufs Eames Tischchen packen.) Vollen Zuspruch erhalten hingegen diejnigen, die mit Material arbeiten und es vermögen, dem ganzen ihren eigenen Anstrich zu verleihen. In älteren Kulturformen werden Montagen, Zitate, intertextuelle Verweise, visuelle oder klangliche Reminiszenzen ja auch nicht als geistiger Diebstahl, sondern als Adelsschlag, Kommentar oder Kritik an/auf das Verweisende verstanden. In Sachen Internet hinken wir da ziemlich hinterher. Insofern hat Matthijs Vlot mit seinem Video Hello garantiert das aktuelle Urheberrecht mindestens fünfzigfach verletzt. Und ich sag: Applaus!

Wer wissen möchte, worum es bei Acta noch geht, der  klicke den obigen Netzpolitik Link an.

(Video via Henning, Pic via Twisterella)