Like Spring

by Nella

When Saints go Machine: Kelly

Gestern Abend wurde in Berlin Mitte die Ehemalige Jüdische Mädchenschule eröffnet, die drei Galerien, zwei Restaurants und ein Deli beherbergt. Eigentlich wollte das C/O Berlin dort einziehen, aber da waren nun andere schneller. Kein Wunder, dieses Gebäude ist der Kracher. Drei Etagen inklusive früherer Aula und Turnhalle, so geschmackvoll renoviert, dass der Charme der alten Gemäuer nicht verlustig ging. Auf der Opening Party tummelten sich reiche, pelzbehangene Russen, Charlottenburger Kunstsammler und das übliche Galeristenvolk, viele alte jüdische Familien sowie die Mitte Party People. Denn: Neben den illustren Galerien Camera Work, Eigen + Art und Haas und Fuchs, die hier Dependancen eröffneten, legten auch die Macher des Grill Royal im Erdgeschoss ein weiteres kleines Restaurant nach: den Pauly Saal, der im Sommer auch mit einem weitläufigen Sommergarten aufwartet. Der Sternekoch Siegfried Danler versorgt seine Gäste mit deutscher Hausmannskost und damit keiner hungrig bleibt, gibt’s bei Bedarf den Nachschlag für umme.

In dieser Manier wurden bei der Eröffnungsfeier auch keine Canapés gereicht, sondern Stullen in weißem Butterbrotpapier. Nebenan im zweiten Restaurant, dem veganen The Kosher Classroom, sah das für den Abend zumindest ein wenig reichhaltiger aus: Dort dinierte man bei zahlreichen kleinen Schälchen mit allerlei Leckereien unter einer alten Schul-Tafel. Jedenfalls raunte irgendwann im Pauly Saal jemand: “Das ist das King Size für Hausfrauen!” [Das King Size ist eine minikleine Bar in Mitte, über deren Hermès Spiegel auf der Toilette schon viel geschrieben wurde. Außerdem hat Moritz von Uslar ihr ein journalistisches Denkmal gesetzt, weil er hier ordentlich auf den Putz gehauen hat.] King Size für Hausfrauen? Banause! Denn am Donnerstag ging dort, im Pauly Saal, die Post ab! Und das im besten Sinne. Zusammengefasst: tolles Gebäude, gute Malereien und, wer’s mag, viele Arbeiten des Fotografen Robert Polidori (nicht die Tschernobyl-Aufnahmen, sondern welche vom Kreml, Havanna und Versailles); darüber hinaus ein Ort zum Verweilen, nachdem man genug Kunscht eingesogen hat. Daumen hoch!

Ehemalige Jüdische Mädchenschule, Auguststr. 11, 10117 Berlin. Auf der offiziellen Homepage auch mehr Informationen zur Geschichte des Hauses.

(Music via Meggi)