Yo!

by Nella

Josh Hodges/Sexton Blake: Jake, keep it together

Als ich vor zwei Jahren in New York war, habe ich neben den Hell’s Angels gewohnt. Vor deren Zentrale stand auch immer ein Nachwuchs-Scherge, der den Eingang bewachte. Vielleicht vergaß ich ihn deshalb so schnell (obwohl er tageinein, tagaus dort stand), weil er nur finster drein schaute und nie einen Pieps von sich gab. So kam es, dass ich, mittlerweile schon an die amerikanische Freundlichkeit gewöhnt und zwar mit hervorragend guter Laune ausgestattet, jedoch ohne die dringend notwendige Brille auf der Nase, den Mann in der Dämmerung  mit einem glockenhellen “Hi–iii, how are you?!” begrüßte. Genau in dem Moment fiel’s mir wieder ein, heidewitzka, da hatt’ ich doch den Hell’s Angels Aspiranten vor mir und je näher ich kam, desto deutlicher sah ich auch die obligatorischen Abnäher auf seiner Jacke. Der Mann nickte jedoch nach ein paar Schrecksekunden meinerseits gutmütig mit dem Kopf. Fortan grüßten wir uns jeden Tag. Und als ich einmal vergaß, ihm Hallo zu sagen, brummelte mir dieser bärtige Hühne sogar seinen Gruß hinterher. Da fiel fast mir die Kinnlade herunter. Und mir wurde augenblicklich klar: Etikette ist eine feine Sache. Sie bringt auch die unterschiedlichsten Leute auf ganz unkomplizierte Art zusammen. Ein Toast auf den Knigge!

(Pic via Facial Awareness, Music via Mimy)