Familie ist heilig

by Nella

Danko Rabrenovic: Anal vs. genital

Im ehemaligen Jugoslawien wird geflucht, was das Zeug hält. Anders als in Deutschland, geht es dabei ziemlich deftig zur Sache. Bei Flüchen werden ja insbesondere gesellschaftliche Tabus thematisiert. Das ist im ehemaligen Jugoslawien bzw. auch in Kroatien, dem Herkunftsland meiner Eltern, die Familie. Und die ist heilig. Dementsprechend fleißig wird sie in Beleidigungen involviert. Das Geschlechtsorgan der Mutter spielt dabei eine zentrale Rolle. Dorthin verflucht man nämlich mit Vorliebe den Beschimpften. Oder, ebenfalls ein Klassiker, man macht ihn darauf aufmerksam, man hätte eben diese gef… (äh, nun ja, ich schreibe gerade auf deutsch!). Diese Fluchformeln, bei denen die männlichen Genitalien in den allerschönsten Variationen ebenfalls überaus beliebt sind, benutzt man nicht nur, um Verärgerung anzuzeigen oder um zu beleidigen, sondern auch als Komparativ, also derbere Steigerunsform.

Aber um Längen schöner und vor allem anschaulicher erklärt das Danko Rabrenovic im Video oben. “Sind hier Minderjährige im Saal?” Ich hab’ mich weggeschmissen vor Lachen. Mein absoluter  Liebling: seine Erklärung zu “Ma boli me k*rac” ab 6:56 min. Das beweist: Wir Kroaten und Balkanesen sind nicht derb’, nein, wir sind einfach nur unheimlich ironisch und nuanciert! So it looks! Und Mama, falls Du Dir das anhörst und bei jedem Jebem ti zusammen zuckst: Verzeih. Hier sind Blumen für Dich! Kuss, Dein Kind.

P.S.: Im ehemaligen Jugoslawien pflegt man nicht nur einen rauen Umgangston, was die Familie betrifft, sondern auch einen ziemlich liebevollen. Eltern reden ihre Kinder zum Beispiel permament mit meine Sonne, mein Schatz, mein Liebes usw. an. Hat also auch Vorteile, so ‘ne Fixierung auf die Familie!

(Video via Lui, Pic via Jasmin)