Got to

by Nella

Papa: I am the Lion King

Heute Abend gehe ich ins Radialsystem. Und zwar in Die Jaffa-Orangen des Richard W. Ein israelisches Rheingold. Das ist die Premiere, jawohl, die feine Dame! Ich habe trotzdem keine Ahnung, was mich wirklich erwartet, aber das Radialsystem mag ich sehr gerne. Verschrieen ist es ja etwas, die Karten oft teuer, das Publikum sehr künstlerisch und vor allem reich. Und icke mittendrin. Vor ein paar Wochen war ich zum ersten Mal dort. Ich schaute mir Sasha Waltz an. Bis zum Weg dorthin sagte ich zwar ihren Namen, hatte aber Pina Bausch im Kopf. Doch das ist eine Generation davor, nech.

Jedenfalls wollte ich mich auch bei meinem ersten Besuch überraschen lassen von dem Stück, das aufgeführt wurde: Métamorphoses. Ich dachte an Ovid, vielleicht würde von Orpheus und Eurydike erzählt werden oder Jason und Medea oder wie die Gestalten aus der Antike alle heißen. Aber nix da. Diese Métamorphoses interpretierten die Räume des Neuen Museums, wo sie auch uraufgeführt wurden. Das hat da bestimmt auch funktioniert, zumal die Kostüme atemberaubend waren. Im Radialsystem konnte ich mit nur zwei Tanz-Sentenzen etwas anfangen, mir fehlte entweder die Phantasie oder dem Ganzen der Bezugsrahmen. Ich will aber auch niemandem den Spaß verderben. (Bla-bli, bla-bla, Frau Beljan, wir sind wohl etwas gesprächig dieser Tage! Ich mag es übrigens, in der dritten Person oder erste Plural mit mir selbst zu reden. Manchmal auch laut. Sehr befreiend. Ich kann das nur empfehlen. Ich wollt’ aber nicht ablenken.)

Denn es war trotzdem ein sehr schöner Abend, allein, weil die Räumlichkeiten und insbesondere auch die Terrasse des Radialsystems so super sind. Mit einem Weinchen dort sitzen, vor und nach dem Stück, ‘n Traum! Wir werden alle wie unsere Eltern, meine sind sehr nett, also halb so wild. Prost.

Zum Stück von heute Abend, Die Jaffa-Orangen des Richard W. Ein israelisches Rheingold, sagt die Macherin: “… wie immer stritten sie sich über die Israel Politik. … Ich bin dann irgendwann gegangen, als mir das alles zu viel wurde und wollte mich noch ein bisschen mit unserem Projekt, einer Oper von Richard Wagner auseinander setzen. Ich schaltete die Musik ein und plötzlich traf es mich wie ein Geistesblitz. Rheingold, der Vorabend der germanischen Ringmythologie war genau das, was ich gerade noch im großbürgerlichen jüdischen Haushalt meiner Großmutter erlebt hatte.” (Susanne Scherer) Mutig. Aber einleuchtend. Bin gespannt.

Zum Bild oben. Wie super waren eigentlich die guten, alten Mixtapes. Vor kurzem das erste Mal seit Ewigkeiten eines bekommen. Mit analog gebasteltem Cover. Und mich gefreut wie Bolle! Ich mach’ jetzt auch wieder welche, Mixtapes. Und mit großen und kleinen Katzen hab’ ich’s gerade. Ist aber auch ein super Lied von Papa, der anderen Band von Girls-Drummer Darren Weiss. Rrrrrroar!

(Pic via Abra Cat Dog Ra, einem Tier-Bilder- und -Videoblog)