Where I belong

by Nella

Silje Nes: Crystals

“Krieg dem Ganzen, zeugen wir für das Nicht-Darstellbare, aktivieren wir die Differenzen, retten wir die Differenzen, retten wir die Ehre des Namens.” (J.-F. Lyotard)

Ganz angetan bin ich immer, wenn Menschen etwas sehr Besonderes können und es machen, einfach, weil sie nicht anders können. Dazu zählen Silje Nes und Raphael Danke. Silje Nes ist eine norwegische Sängerin und Soundkünstlerin und im skandinavischen Raum schon recht bekannt. Das wusste ich aber damals, als ich zufällig über sie stolperte, noch nicht. Eine Freundin sagte, dass eine Freundin von ihr, eben Silje Nes, ein kleines Wohnzimmer-Konzert gebe, wir sollten doch alle mitkommen. Was uns erwartete, war einer dieser überraschend schönen Abende. Ein Mädchen, das völlig vertieft in seine Musik war, tausend Knöpfe drückte, viele Geräusche produzierte, und irgendwann sehr bedachtsam anfing zu singen. Alles wunderschönst und völlig unprätentiös. Habe damals, nach dem Konzert, darüber geschrieben.

Raphael Danke, den Künstler, der die Collage oben angefertigt hat, habe ich vor ein paar Wochen in seinem Kreuzberger Atelier interviewed. Seine Arbeiten haben bei mir sofort ‘ne Riesenassoziationskette in Gang gesetzt. Das Auflösen der Figur zugunsten der Abstraktion. Das Subjekt als Riss und Verschwinden im Bild, das gerade und immer wieder durch sein Fehlen reaktiviert oder evident wird. Dazu sagte der Künschtler himself: “Ich will für mich persönlich natürlich auch eher das Anwesende. Aber es ist das Abwesende. Das ist begehrt, was man nie haben kann. Ein Traum. Bei dem muss man auch annehmen, dass er nicht Realität sein kann…. außerdem steckt in abwesend ja auch das Wort Wesen drin.” Das finde ich schon ziemlich super. Aber ich will nicht alles vorwegnehmen. Den ganzen Text gibt’s wahrscheinlich ‘nur’ in Printform. Nächste Woche mehr. Für heute: Adios!

(Pic by Raphael Danke)