Troy

by Nella

John Frusciante: Murderers

Während ich das hier am Schreibtisch getippt habe, ratzte der Hund von einem guten Freund friedlich auf dem Platz zu meinen Füßen. Von Zeit zu Zeit passe ich auf den Köti auf. Früher wäre das nicht möglich gewesen, denn ich fürchtete mich sehr vor Hunden, selbst vor Mini- Kläffern. Mittlerweile mag ich auch Hunde gern. Die ersten Male, die besagter Hund von dem Freund bei mir war, ist er nach dem Gassi gehen immer an meiner Tür vorbeigelatscht. Das hat mich sehr irritiert. Ich dachte nämlich, Hunde hätten qua Geburt diesen Chip, dieses Navigationssystem frei Haus. Lassie hat doch auch immer Heim gefunden. Nix da bei Hot Dog, so heißt er, mein kleiner Gast.

Vor einigen Wochen war sein Herrchen mit ihm im Fuchsbau, um draußen auf den Holzstühlen ein kaltes Bier zu trinken. Hot Dog streunerte ein wenig um die Tisch- und Menschenbeine. Aber plötzlich war er weg. Nirgends aufzufinden, selbst auf das eindringliche Pfeifen seines Besitzers reagierte er nicht. Irgendwann suchten zehn Mann nach ihm, bis sie zu meiner Haustür vorrückten. Da saß er dann artig, der Kleine, als sei es das Selbstverständlichste der Welt und wartete schwanzwedelnd, dass ich hinunterkäme. Is’ klar, dass er mich spätestens damit um den Finger gewickelt hatte, der Fiffi. Ich bin ihm restlos verfallen. Apropos: Gerade fiel mir auch fast eine Wasserflasche um und damit weckte ich Hot Dog. Vorwurfsvoll blickte er mich an, ich entschuldigte mich sofort für den Krach und zack, schlummerte er nach einem gütigen Nicken wieder ein. Das is’ mal ‘n Hundeleben!

(Pic via White Styled, Music via Janni)