All I know is

by Nella

Beach House: Used to be (Unplugged) plus Waterfalls, TLC-Cover

“Ja, zeig mal deine Wunde. Wer seine Wunden zeigt, wird geheilt. Wer sie verbirgt, wird nicht geheilt.” (aus: Eine Kirche der Angst von Christoph Schlingensief mit einer Anspielung auf Beuys)

Habe heute diesen Blog-Eintrag gelesen, in dem jemand seine Wunden zeigt, schreibenderweise. Die Reaktionen darauf erreichen sie, die Schreiberin, auf vielerlei Art und Weise: Die direkteren über die Kommentarfunktion in ihrem Blog, manchen spricht sie aus der Seele, andere finde es “mutig”, wieder andere beschweigen es  oder packen sie ganz einfach in die Bekloppten-Schublade. Eigentlich sind wir doch alle ziemlich gut darin, gar nicht erst nach außen dringen zu lassen, wenn mal etwas oder eine ganze Menge schief läuft. Manchmal ist es aber so arg, da kann man dieses Schutzschild gar nicht mehr aufrechthalten und es zu versuchen, grenzt dann an Selbstverletzung oder ist es auch schon. Und wieviel dann von dem, was einen bedrängt oder erdrückt nach außen dringt, hat auch viel mit dem zu tun, was man gewohnt ist, zu machen, ob man sich und seine Person auch im Normalfall nach außen kommuniziert oder nicht. Was ich sagen will: Jeder zeigt irgendwann seine Wunden, die einen mehr, die anderen weniger, manche sind auch einfach ‘besser’ darin, zu beschreiben, was die Wunde ist. Und man macht das, bewusst oder unbewusst, weil es raus muss und damit es irgendwann aufhört, Wunde zu sein, um irgendwann auch nicht mal mehr am Schorf zu knibbeln, denke ich, und füge ein Hoffentlich, nein, Bestimmt! hintendran. Mahret, die Autorin vom verlinkten Blogeintrag und vielleicht schon ein bisschen klüger oder aufrichtiger, sagt, Vielleicht hört es auch nicht auf. Aber wenigstens hat man sich vorher Mühe gegeben. Denn das ist es, was zählt. Schwert und Drachen, und so.

(Pic via Pnguyee)