But still you must advance

by Nella

Vampire Weekend: The kids don’t stand a chance

Heute Abend spielen Twin Shadow im Magnet/Comet Club, Berlin. Als Liedtipp heute aber Vampire Weekend, ich höre gerade so viel unterschiedliche Musik, könnte die ganze Woche nur darüber schreiben. Aber gibt ja noch andere schöne Sachen. Zum Beispiel das Silueta Magazine, in dem junge Fotografen und andere Künstler vorgestellt werden. Das Magazin gibt Sabino Aguad, von dessen Blog ich das gestrige Bild habe, zusammen mit Andrew Harlow und Eleonora Aldao Parto heraus. Kann man kaufen oder, von deren Website verlinkt, für umme downloaden. In Silueta wird auch die tolle Sofia Ajram präsentiert, von der ich schonmal ein Foto gepostet habe, hier.

Einen ziemlichen Kontrast dazu der Filmtipp heute. Eine Doku über die rumänischen Dorfbewohner, die Sacha Baron Cohen in Borat als Statisten für Borats fiktive kasachische Heimatdorf „Kuzcek“ eingesetzt hat. Und die sich ganz schön auf den Flip Flop getreten fühlten:  Ai, ai, ai, das kann man sich hier anschauen, Arte Doku: Borat. Ein Dorf lacht nicht. Die Leute sehen sich ganz und gar nicht als Teil einer entlarvenden Komik, sondern fühlen sich als reale Figuren verunglimpft. In der Empörung wird Baron Cohens Strategie, Vorurteile bei den Interviewten wie auch bei den Zuschauern durch das rassistische-homophobe-sexistische-und-was-noch-Verhalten seiner Kunstfiguren vorzuführen, nicht wahrgenommen, von anderer Stelle auch schlicht ignoriert. Als die kasachische Regierung ebenfalls juristische Maßnahmen gegen den Film ankündigt, lässt Baron Cohen wieder Borat zu Wort kommen: „Ich möchte festhalten, dass zwischen mir und Mister Cohen keinerlei Verbindung existiert, und unterstütze die Entscheidung meiner Regierung vollends, diesen Juden zu verklagen. Seit den Reformen von 2003 ist Kasachstan so zivilisiert wie jedes andere Land der Welt. Frauen dürfen nun im Inneren von Bussen reisen, Homosexuelle müssen nicht länger blaue Hüte tragen, und das Schutzalter wurde auf acht Jahre angehoben.“ Über Glod, den realen Schauplatz von Borats Film-Heimat, sagt Ionella Carmen, eine der Dorfbewohnerinnen und Protagonistin der Arte-Doku: “Wenn du viel lernst, kommst du aus dem Dorf raus.” Kein Wunder, dass sie weg möchte, sie hat’s nicht leicht, “weil sie schon 17 ist und noch nicht verheiratet, [deshalb] lachen die Leute über sie und nennen sie Oma.” Aha. Oder: Jak się masz!?!

(Pic by Sofia Ajram via Silueta Magazine)

(Konzerttipp via Meggi)