Der Stille Sonntag *11

by Nella

The Black Atlantic: Dandelion

Das Lied oben habe ich bei Glaube, Liebe, Hoffnung im DT (Deutsches Theater Berlin) gehört. Der Sänger hat es für seine verstorbene Großmutter geschrieben. Die in der Stadt dafür verschrien war, sich bei den Nachbarn herumzutreiben und fröhlich deren Blumen zu stibitzen. “Fehlen Ihnen im Vorgarten ein paar Akazien, Chrysanthemen oder Narzissen? Dann können Sie sicher sein: Sie stehen bei meiner Oma auf dem Esstisch!”

Das DT ist ohnehin ein tolles Haus und in der Box verstecken sich auch mal so Perlen wie Frank Abts Geschichten von hier. Ich sah Teil I,  Glaube, Liebe, Hoffnung. Ein wirklich gutes, gutes Zweimann-Theaterstück mit hervorragenden Schauspielern: Natali Seelig und Alexander Khuon. Der Text besteht aus lediglich gekürzten, sonst nicht veränderten Interviews, die Frank Abt gemeinsam mit dem Journalisten Dirk Schneider geführt hat. Mit Menschen wie Du und ich, die was zu erzählen haben. Die erste Geschichte handelt von einem Konvertiten, da steht Alexander Khuon zunächst allein auf der Bühne. Am Anfang wusste ich nicht genau, ob die Ernsthaftigkeit dieses Einstiegs genau so gut herüber kam wie der Humor. Wenn dann aber die nächste Geschichte von der alten Frau erzählt wird, die von ihrer viel zu früh verstorbenen Tochter erzählt und sich dabei auch an ihren Mann erinnert, dann überzeugen beide Schauspieler auf der ganzen Linie: Aufrichtig und Zum Niederknien, so gut spielen die das. Und auch in der dritten Geschichte von dem Pärchen, das sich im Internet kennengelernt hat, ist insbesondere Alexander Khuon überragend. Vor allem – was für ein komödiantisches Talent hat der Mann! Hands up! Wenn die Protagonisten über einander sprechen und Spannungen eher schlecht als recht kaschieren … und dann wieder permanent lüstern aneinander herum nesteln, ist das kaum zu ertragen. Man hält sich aber gleichzeitig auch den Bauch vor Lachen. Ein wirklich feiner Abend war das. Wer Lust hat das Stück zu sehen: Es läuft nochmal am 19. April. Was heißt schon, wer Lust hat. Das ist ein Spitzentipp! Wie auch der Bilderblog, von dem ich das Gemälde oben habe.

Deutsches Theater Berlin: Glaube, Liebe, Hoffnung. Regie: Frank Abt. Bühne: Anne Ehrlich. Kostüme: Katharina Kownatzki. Dramaturgie: Meike Schmitz. Interviews: Dirk Schneider. Besetzung: Natali Selig, Alexander Khuon. Am 19. April 2011 um 20:30h-21:45h in der Box. Gibt auch Geschichten von hier II & III.

(Pic via Theskunkcatcher)

(Musik via Ingo Schröder. Dankesehr!)