Wie Gipfelstürmen

by Nella

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Ich liebe die Philharmonie Berlin. Sie wurde vom selben Architekten gebaut wie die gegenüberliegende Staatsbibliothek am Potsdamer Platz, nämlich von Hans Scharoun. Außen pfui, innen hui! Die schmutziggelben Fassaden muss man nicht auf den ersten Blick mögen. Die Stabi West, wie Kenner sagen, nehme ich schon allein aus nostalgischen Gründen in Schutz. Dort habe ich weite Strecken meiner wissenschaftlichen Arbeiten geschrieben. Kaum betritt man das Gebäude, wird man von einer fantastischen Architektur begrüßt und einem angenehm sphärischen Gebrummel verschluckt. Immer, wenn ich irgendwann und manchmal auch oft beim Schreiben aufblickte, war ich ziemlich dankbar für die freundliche Existenz der Planeten-Lampen. Wirklich wahr, ich wählte sogar meinen Sitzplatz strikt nach der Blickrichtung auf diese beruhigenden Lichtquellen. Das sieht aus, als hinge ein kleiner Haufen Freunde in der Luft, der einem aufmunternd zunickt. Diese hübschen Design-Highlights fabrizieren ein ziemlich angenehmes Licht. Wenn man schon den ganzen Tag in einem geschlossenen Gebäude verbringen muss, dann ist die Stabi West nicht der schlechteste Ort.

Die Planeten-Lampen hängen ebenfalls in der Philharmonie. Und dort findet heute wieder eines der Lunchkonzerte statt. Musik statt Mittagessen! Das heißt, dass man sich ins riesige Foyer setzt und einem Gratis-Konzert lauscht. Konzept Kammermusik. Die Künstler sind aus den privaten Formationen u.a. der Berliner Philharmoniker und der Instrumentalisten des Deutschen Symphonie-Orchesters zusammen gesetzt. Dieses Mal beglückt ein Klaviertrio das Publikum, das heißt Klavier mit Violine und Violincello. Um den Kopf frei zu bekommen, muss man nicht unbedingt einen Berg erklimmen. Obwohl das auch ganz schön ist. Aber wer nur die Mittagspause über Zeit hat, der kanns ja mal mit der Philharmonie versuchen. Ich bin Fan! Und nicht als Einzige, die Konzerte sind immer rappelvoll.

Philharmonie Berlin. Lunchkonzerte. Jeden Dienstag um 13 Uhr. Dauer: Eher eine knappe Stunde als eine halbe! Und wer  möchte, für den gibt es danach – gegen einen kleinen Unkostenbeitrag – ein warmes Buffet.

(Photo by neamoscu via catarina)