Der Stille Sonntag *7

by Nella

Drivan: Det gör ingenting

Och. Wisst ihr was. Wenn Leute einen bepöbeln, sagt das meist mehr über sie selbst aus, als über das, was sie meinen, einem unbedingt mitteilen zu müssen. Und oft ist es dann auch komplett egal, was man antwortet. Bleibt nur: Auslachen. Hat aber den Nachteil, dass man sich dann auch schnell vom Acker machen muss. Sonst bekommt man irgendwann Kloppe. Soll’s erstaunlicherweise auch unter Erwachsenen geben.

So. Ich tapps jetzt mal ins Bad, denn gleich gehts ins Restorang, genauer: ins “Café Jacques”. Das ist ein total netter Laden, ein all time Kreuzberg Klassiker, man würd’s erst nicht denken. Er ist nämlich unglaublich hässlich eingerichtet (A., falls Du das liest, verzeih mir bitte). Bei Kerzenschein aber wirkt der ganze Ethno-Kram anheimelnd, der Laden immer voller und was auf den Teller kommt … ich raste gleich aus vor Glück, Tastatur schon vollgesabbert. Weil: Der Märchenteller als Vorspeise für allemann zum Teilen und dann ein Gericht mit der hausgemachten Pasta, am besten Tortelloni, dazu gibt es immer großartigen Wein. Oder Geistreiches. Egal, alles gut. Der Chef hat, bevor er nach Deutschland zog, eine kleine Europatour gemacht, um sich durch die Weinlandschaft zu probieren. Auch ‘ne feine Art zu reisen. (Gab’s mal ‘n Film zu, ne?! Ist aber trotzdem wahr.)

Von den Kellnerinnen sollte man sich auf jeden Fall in Sachen Schluck beraten lassen. Die haben nämlich die ganze Karte im Kopf und schütten dann die allertollsten Sachen aus dem Ärmel ins Gläsken. Und wer nach dem Essen keinen Platz mehr für einen von den versaut guten Nachtischen hat, der bestelle einen Ar…. wie hieß das Ding? Jedenfalls so einen portugiesischen Drink mit Zitrone. Jep. Den will ich haben. Und danach zu Joan as Police Woman. Die klimpert so schön am Klavier. Tut sie wirklich. Hach. Und: Juhu. Und morgen wieder in zivilisierten ganzen Sätzen.

Café Jacques, Maybachufer 8, 12047 Berlin. Telefon:  030 694 10 48. Wenn man zur Prime Time hin will, sollte man reservieren. Der Laden ist abends brechenvoll.

(Photo via bohemian spirit)