Der Stille Sonntag *4

by Nella

Greg Haines: Live at Passos Manuel (Porto)

Heute hat Filter, der eigentlich die Musikstücke für den Stillen Sonntag heraussucht, frei. Denn ich wollte unbedingt Greg Haines auffahen, weil ich ihn gestern auf der transmediale 2011 verpasst habe. Insbesondere ab Minute 2:40 ist dieses Stück wunderschön. Und bestens dafür geeignet, sich vom Arbeits-und Sportpensum zu erholen. (Für alle, die mich in Kreuzberg besuchen wollen: Bitte berechnet mit ein, dass sich mein Radius bis 16h nicht mehr als zehn Meter um mein Bett erstrecken wird. Danach höchstens einen km. Vielen Dank.) Vorgestern war ich wieder beim Bikram oder Hot Yoga genannt. Wenn ich allerdings Hot Yoga sage, schnellen die Augenbrauen in die Höhe. Es ist aber kein Schweinskram, auch wenn man nur wenig dabei anhat. Man macht seine Übungen bei etwa 38 Grad Raumtemperatur. Von Yogis und Yoginis manchmal als Spiegelmeditation belächelt, schwöre ich darauf. Ich mag das Sportliche daran. Nach einem 90-Minuten Kurs ist man so nass geschwitzt, als sei man mit ‘nem Köpper in ein Wasserbecken gehüpft. Außerdem ist Bikram der perfekte Einstieg fürs klassische Yoga. Wäre mir früher jemand mit Singen und anderem Eso-Krams um die Ecke gekommen, hätte ich dem ‘n Vogel gezeigt und meine Matte direkt wieder zusammengerollt. Das alles erwartet einen beim Bikram auch nicht, da macht man schön seine 26 Figuren und zwei Atemübungen und basta. Man lernt sich zu konzentrieren, auf Kommando alles zu geben und genau so von einen Moment auf den anderen absolut zu entspannen. Und wird geschmeidig, wenn mans nicht schon ist, nicht wahr. Irgendwann, spätestens, wenn man sich dann an Hatha Yoga herangewagt hat, merkt man auch selbst, warum manche beim Bikram so geräuschvoll atmen (das sind die Profis!). Wirklich. Aber okay, ich hör’ schon auf.

Die junge Dame da oben vollführt übrigens einen Klassiker, die Übung gibt es auch im Bikram. Dort würde sie Dandayamana Bibhaktapada Janushirasana heißen, ich spreche kein Hindi, Europäer dürfen auch Standing leg to knee pose sagen. Und ja, das Fräulein ist ziiiiemlich gelenkig. Denn bei ihr ist es nicht mehr das Knie, sondern das untere Schienbein, gegen das sie ihre Stirn drückt. Sehr beeindruckend. Gut, dass sie Sport macht. Bei dem Outfit hätte ich sonst gedacht, sie sei anderweitig beschäftigt.

Photo by Aaron Feaver