Auf geht’s

by Nella

Queen of the Stone Ages: No one knows

Wovor die Leute so alles Angst haben …! Ich bin da eher für: Rein in die Höhle des Löwen. Und dann werden auch keine Gefangenen gemacht! Das liegt daran, dass ich auf diese Art meine ausgereifte Hundeangst besiegt habe. Die ging nämlich so weit, dass ich fest davon überzeugt war, selbst der kleinste Kläffer würde mich auf der Stelle auffressen. Das waren knallhare Panikattacken noch bevor ich überhaupt wusste, dass es dafür ein Wort gibt. Dann arbeitete ich für eine Weile in einem Kinderheim. Auf dem Gelände lebte ein Hund, der gehörte allen und niemandem. Jackie hieß er. Meine Vormieterin stellte ihm jeden Tag etwas zu fressen hin. Und da dachte ich, wohlgemerkt schlotternd vor Angst, “Armes Vieh, hast dich dran gewöhnt, dann kriegste jetzt auch was von mir zu mampfen.” Jackie freute sich, ich blieb skeptisch.

Unser Vertrauensverhätnis wude jedoch implementiert, als meine kroatische Tante mir bei einem Besuch trotz lautstarken Protests einen ganzen Schinken und mehrere hausgemachte Würste mitbrachte: “Das ist kein Fleisch! Das habe ich selbst gemacht!”  Da saß ich nun und wusste nicht, wohin mit dem Zeug. Den Kindern konnte ich es nicht geben, da wären diejenigen, die nichts abbekommen hätten, traurig gewesen. Also schmiss ich Schinken & Wurst todesmutig in Jackies Napf. Als ich das meiner Mutter am Telefon erzählte, lachte sie schallend und meinte: “Dafür kommst Du in den Hundehimmel. Jackie wird dich niemals vergessen.” Sie sollte Recht behalten, fortan folgte er mir auf Schritt und Tritt. Verließ ich das Gelände, eskortierte er mich bis zur Mauer und stand auch dort, wenn ich zurück kam.

Tja, und irgendwann bekam ich Besuch. Jackie merkte, dass ich ihn mochte und sprang fröhlich kläffend auf ihn zu. Ich sah die Schweißperlen auf der Stirn meines Besuchers und rief …. hauen Sie mir eine runter, ich rief: “Der beißt nicht!” Seitdem habe ich keine Angst mehr. Das soll zwar auch nicht immer gesund sein. Aber wenigstens hat das dazu geführt, dass ich nur noch mache, worauf ich Lust habe. Denn wenn man rückblickend merkt, was einem so alles Angst eingejagt & gelähmt hat … Und worauf man deshalb manchmal verzichten musste … tsss! Also, auf geht’s! Frohes Neues!