Bleibt drin
by Nella
Freunde kommen und gehen. Ja, das ist so. Freundschaften sind wie Wellenbewegungen, manchmal ist man mittendrin in der Freundschaft und ganz eng verbunden und dann, auch ohne wirklichen, besonderen Anlass – einfach wie der Lauf der Dinge so ist – bewegt man sich voneinander fort. Oft findet man auch wieder zueinander, manchmal nicht. Wenn man nur auch Partnerschaften mit dieser Gelassenheit sehen könnte. Jedenfalls habe ich diese großartige Beuys-Notiz bei Multiples gefunden, dem Blog meiner lieben Freundin, von der ich schon ein gefühltes halbes Jahrhundert nichts mehr gehört habe. Neukölln hat sie verschluckt. Aber dann finde ich ja ab und an etwas von ihr in der virtuellen Welt und weiß, es geht ihr gut. Zumindest so gut, dass sie bloggt. Und bald, ja, bald, heißt es auch wieder: “Nellsche, mein Nellsche, komm, lass uns treffen.” Ich liebe das und dieses schlaue Wesen sowieso. Und wie großartig, auch sie mochte Miranda July! Erfahre ich online. Demnächst auch wieder in farbe und in bunt und in echt. “Wer nicht denken will, muss fühlen.” Ironischer Kommentar, wenn man was vergessen hat und den ganzen Treppenabsatz oderwasauchimmer nochmal laufen muss. Der gute Joseph Heinrich B. hielt wohl nix davon, den Kopf gegen das Herz auszuspielen, wie wahr, das gehört doch zusammen. Denken muss man wollen, sonst hat man in der Beuys-Runde nichts verloren. Fühlen t-t-t-tut man bei allem Denken ja sowieso! … Und woran mich diese Notiz erinnerte, an Hegel, den Philosophen. Der pappte folgende Botschaft für seine Studenten an die Tür seines Büros an der heutigen Humboldt Universität zu Berlin: “Vorlesung fällt heute aus. Bin mit Denken noch nicht fertig.” Das mach’ ich jetzt auch immer so. Falls ich wieder in die Wissenschaft gehen sollte oder überhaupt. Will man gar nicht meinen, aber praktisch veranlagt auch, diese Denker!

Jetzt ist sie auch noch eingeschneit, denkt aber trotzdem mit warmem herzen an Dich!
Das freut mich. Bald holen Wir den Schneeschuber raus! ;-)