Nella Beljan

Buchstaben sind Freunde

Favourite Feed *4: Girls at Library

“Knowledge is love and light and vision.” (Helen Keller)

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“Don’t you love the Oxford Dictionary? When I first read it, I thought it was a really really long poem about everything.” (David Bowie)

All pics and quotes via Girls at Library

Favourite Feed *3: History in Pics

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Absolutely love love love everything about this IG.

(All pics via History in Pics)

Brownie Points: Stevie Wonder at James Corden’s Carpool Karaoke

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Stevie Wonder at Carpool Karaoke by James Corden

Fängt klamaukig an, bleibt auch so, aber mausert sich zu einem der unterhaltsamsten Stücke britischer Fernsehkultur: Stevie Wonder bei Komiker James Corden. Die Chemie zwischen den beiden passt einfach zu 100%. Natürlich singen sie bei Carpool Karaoke (dem kleinen Einspieler von Cordens Late Late Show) Songs der Musiklegende, gründen zwischendurch eine Band namens The Wondercats und Stevie hält on top eigens für James’ Frau Julia ein Ständchen. “Teamwork makes a dream work!”, wie sie nimmermüde wiederholen. Macht einfach mächtig gute Laune, ihnen dabei zuzuschauen – und zuzuhören. Übrigens: Ich habe jeden Song mitgeschmettert. (Natürlich laut!) Happy Sunday!

(Pic by Dora Maar)

Feist

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Feist x Timber Timbre: Don’t give up

Georgia O’Keefe

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“I’ve been absolutely terrified every moment of my life and I’ve never let it keep me from doing a single thing that I wanted to do.”

Hilde Domin

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A Passing Fancy: Island

Ich setzte einen Fuß in die Luft / Und er hielt…

(Music via Meggi)

Help yourself

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Laurie Penny

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„Feminismus, der sich verkauft, ist ein Feminismus, der so gut wie allen gefällt und niemandem weh tut, ein Feminismus, der beruhigt, der sich an die Mittelschicht richtet und für sie spricht, der auf sozialen Aufstieg ausgerichtet ist, der von Schulen, Shopping und zuckerfreien Snacks faselt und sich nicht etwa mit armen Frauen, queeren Frauen, hässlichen Frauen, transsexuellen Frauen, Sexarbeiterinnen, alleinstehenden Müttern oder anderen befasst, die nicht ins Schema passen.“ (Laurie Penny, Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution. Edition Nautilus, 16,90 Euro.)

Im Folgenden Auszüge aus: Antonia Baum: Die Angst in den Augen der Frauen (über Laurie Penny, Unsagbare Dinge)

Und auch wenn die (…) für etwa hundert börsennotierte Unternehmen beschlossene Quote eine Signalwirkung haben soll, wie man immer wieder hört, und auch wenn es Frauen gibt, die es traumhaft fänden, endlich ein Boss zu sein – die „neoliberale“ Ordnung, die Ordnung also, die dem Markt gehorcht, wird dadurch nicht hinterfragt, sie wird modifiziert, sie wird bestätigt. Sie findet sie in der Verfasstheit der „neoliberalen“ Ordnung, einer Ordnung, die nach den Gesetzen des Marktes funktioniert und die Männern beibringt, Macht zu wollen, und Frauen die Gefallsucht lehrt, sie findet sie in den genderspezifischen Rollenangeboten. Die perfekte Frau, die sich innerhalb jener Ordnung bewegt, ist selbstverständlich in einer leitenden Position, sie hat Kinder, sie ist schlank, sie ist gesund, sie ist eine Heldin. Sie ist eine moderne Ikone. (…)

Penny will diese Ordnung zerstören, und es gehört zu den Charakteristika eben dieser Ordnung, dass auch die radikalste Kritik an ihr erlaubt ist. (…) Penny hat keine Antwort auf die Frage, wie alles anders werden kann, aber das ist auch nicht ihr Job. Sie formuliert nur mit absoluter Radikalität, dass es anders werden muss. Für Frauen, Männer, für alle.

Und dabei gelingen der rasend klugen Penny dann Beobachtungen und Analysen, für die man sie küssen möchte: Die Ehe, schreibt sie, sei das Refugium des modernen Arbeitsmenschen und insbesondere das der Männer. Hier sollen sie, so das Versprechen, Schutz vor der Erbarmungslosigkeit des Marktes finden, wobei es vor allem die Frauen sind, die dafür sorgen, dass dieses Refugium schön kuschelig bleibt. Den Haushalt erledigen, weniger privilegierte Frauen damit beauftragen, den Haushalt zu putzen, dekorative Kissen kaufen, frustrierte Männer trösten, den frustrierten Männern Essen kochen, Kinder bekommen und sie versorgen. Frauen sind dazu bereit, diese unbezahlte Arbeit zu machen, weil sie von klein auf beigebracht kriegen, dass es ihr Job ist, zu gefallen und geliebt zu werden. Gelingt ihnen das nicht, gelten sie als gescheitert (und es ist tatsächlich so, dass die nackte Angst in den Augen einer Frau, die mit 35 noch keinen Mann hat, zu den intensivsten Dingen gehört, die man in dieser ansonsten so begradigten Welt beobachten kann). (…)

Jetzt ist seit Jahren ein Backlash unter jungen Frauen zu beobachten, die bei Instagram und Facebook von morgens bis abends irgendwelche Cupcakes backen und sich zuallererst einen Mann und Kinder wünschen. Sie träumen von der rein fiktionalen Liebe, die sie im Fernsehen gesehen haben, und verhalten sich, wie sich das für Frauen gehört, die geliebt werden wollen. Denn draußen ist es einfach nicht besonders schön. Es ist kalt und hart. Es geht nicht darum, diese Frauen zu verurteilen, sie haben gute Gründe. Ich aber werde hier regelmäßig wahnsinnig, und Laurie Pennys Buch zeigt, dass es vielen so geht.

 

Laurie Penny To-go

Auszüge aus dem Interview von Sarah Maria Deckert mit Laurie Penny

In Deutschland wurde gerade die Frauenquote in Unternehmensvorständen beschlossen. Ist es nicht ein eher anti-feministisches Signal, eine Stelle mit einer Frau zu besetzen, nur oder gerade weil sie eben eine Frau ist und nicht, weil sie entsprechend qualifiziert ist? Ist das nicht positive sexuelle Diskriminierung?

Zuallererst glaube ich mal, dass es dem Feminismus nicht unbedingt hilft, ihn von oben zu verteilen. Das mag ja ganz schön sein für diese Frauen in Top-Positionen. Aber was nützt das den Frauen aus der sozialen Unterschicht oder arbeitslosen Frauen?

Irgendwo muss man anfangen. Warum nicht hier?
Klar. Aber warum liegt der Fokus immer zuallererst darauf, die Situation für Menschen besser zu machen, die bereits zur gesellschaftlichen Elite gehören? Aber gut. Viele haben ein Problem mit der Quote, weil sie glauben, es gehe nicht um Leistung. Wer so argumentiert und annimmt, dass wir tatsächlich in einer Leistungsgesellschaft leben, der sagt damit gleichzeitig, dass Frauen nicht gut genug sind. Und das ist ekelhaft.

Was ist am Feminismus beängstigend?
Er ist unhöflich. Er verlangt von uns, die Kategorien unseres Denkens zu ändern und die Strukturen unserer Gesellschaft. Wenn man in einem Parlament von 600 Menschen mehr Frauen platzieren möchte, bedeutet das automatisch: weniger Männer. Männer müssen dann härter arbeiten, um sich ihre Machtpositionen zu sichern. Das ist ein beängstigender Gedanke. Der einzige Weg, es nicht beängstigend klingen zu lassen, wäre, die Botschaft zu ändern. Und das werde ich sicher nicht tun.

Schließen sich Weiblichkeit und Feminismus aus?
Nein. Man kann sich als Feministin so feminin geben, wie man möchte, solange es nicht zum Zwang wird. Ich liebe Make-up, aber wenn ich gezwungen wäre, mich jeden Tag zu schminken oder hohe Schuhe zu tragen, würde es zum Problem.

In Cannes wurden Frauen gerade erst vom Roten Teppich verbannt, weil sie keine hohen Schuhe trugen.
Und das ist der Punkt: Ich habe etwas gegen die Verpflichtung zur Weiblichkeit!

Sie erzählen auch von Ihrem Liebeskummer und kommen zu dieser interessanten Zeile: „Frauen haben Angst davor, Liebe zu verlieren. Männer haben Angst davor, Macht zu verlieren.“ Dieses Spiel würde uns antreiben.
Mädchen wird beigebracht, nach der romantischen Liebe zu streben. Karriere machen ist in Ordnung, solange die Liebe und die Familie weiter im Zentrum stehen. Setzt man seine Prioritäten anders, oder findet man die große Liebe einfach nicht, wird einem suggeriert, man habe versagt. Deshalb fürchtet sich jedes Mädchen von Kindesbeinen an davor, allein zu sein. Frauen werden nicht dazu erzogen, nach Macht zu streben. Tun sie es, müssen sie meistens etwas dafür opfern, wie Liebe, Freundschaft oder Geborgenheit. Bei Männern ist es andersherum: Ihnen wird beigebracht, dass wenn sie Erfolg haben, der Rest von ganz alleine kommt. Diese Doppelmoral ist totaler Beschiss.

Sie beschweren sich häufig über solche Klischees, sagen dann aber Dinge wie: „Männer wollen Objekte. Frauen sind Objekte.“ Man könnte diese Argumentation klischeelastig nennen.
Stereoptyen sind wichtig und deshalb so mächtig, weil sie den Menschen einen Rahmen geben, um den herum sie ihr Leben aufbauen können. Deshalb ist Verknappung in der Politik auch so wichtig. Ich benutze generalisierende Aussagen, um meine Geschichte verständlich zu machen und ein alternatives Modell zu erklären.

Wenn Sie aber einen universellen Feminismus anstreben, wie Sie ihn vorhin geschildert haben, müssten Sie dann nicht aufhören, die Linie zwischen Männern und Frauen zu ziehen und sich hierarchische Strukturen ansehen?
Wenn ich von Männern und Frauen spreche, meine ich politische Kategorien. Man kann sich als männlich, weiblich, genderqueer oder asexuell bezeichnen, aber unsere Gesellschaft ist nun mal um bestimmte Gendergrenzen herum strukturiert.

Würden Sie sich selbst als Frau bezeichnen? Oder denken Sie nicht in solchen Kategorien?
Sie sind die erste Person, die mich das fragt. Wenn ich mich zwischen den politischen Kategorien Mann und Frau entscheiden müsste, würde ich mich als Frau bezeichnen. Aber die Möglichkeiten, die diese Kategorie birgt, halte ich für begrenzt. Deshalb identifiziere ich mich als genderqueer.

Was würden Sie gerne in Ihren Pass eintragen lassen?
Hobbit. Oder Einhorn.

Confessions

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Elvis Presley: I’ve got a thing about you, Baby 

And Bravely Cried

Friday

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Corinna Repp: The Beast Lives in The Same Place

Full Album Stream It’s only the Future here

Pic via this nice feed: 70s Daily

Portrait: Alexander Khuon x Fvf x Zeit

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Schauspieler Alexander Khuon hat Nella Beljan ein Interview gegeben, das dabei entstandene Portrait entstammt einer Kollaboration von Freunde von Freunden (deutsch und englisch) und ZEIT.

Der 36-Jährige zählt nicht nur zu einer der großen deutschen Theaterfamilien (Vater Ulrich Khuon ist Intendant, Schwester Nora Dramaturgin), sondern er hat auch geschafft, was kaum einem Schauspieler gelingt: Er ist seit über zehn Jahren festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater – einem der renommiertesten Häuser der Welt.

In charmanten, humorvollen und auch einfühlsamen Worten beschreibt das junge Ausnahmetalent, das neben dem Schauspiel auch Drehbücher schreibt und Regie führt, seine Zusammenarbeit mit Theaterikonen wie Jürgen Gosch, Michael Thalheimer, Stephan Kimmig oder Stefan Pucher. Sterbenskrank war Gosch bereits, als er Idomeneus, Alexander liebste Produktion, inszeniert hat. Von ihm, so erzählt Alexander, stammt der Satz: “Ich habe nur das Recht, Theater zu machen oder Geschichten zu erzählen, wenn sich in mir über die Zeit, die ich auf der Welt bin, Leben abgelagert hat.”

Die Liebe zum Text ist der ganzen Familie Khuon immanent – und auch in Alexanders Wohnung nicht zu übersehen. Klar und aufgeräumt ist sie. Hier ist kein Teil zuviel, es fehlt aber auch an nichts, bis zur Zuckerdose ist alles da. An Übermaß nur die Flut an Texten – Skripte und Drehbücher, Romane, Gedichtbände, Aufführungsplakate, Einladungen.

Hinter die Kulissen des Deutschen Theater führte uns Alexander Khuon, lud uns zu den Proben und zur Aufführung von seinem Lieblingsstück Idomeneus ein, auch seine Wohnung und seinen Kiez in Kreuzberg durften wir besuchen. Voilá. Das Interview in voller Länge mitsamt den schönen Fotos von Mirjam Wählen.

 

Nella Beljan: Was war Deine erste Rolle?

Alexander Khuon: Das war „Der dicke fette Pfannekuchen” mit drei oder vier Jahren im Kindergarten. Ich durfte der Pfannkuchen sein. Ich hatte einen Hut auf mit einem Gummiband, das am Kopf total gezogen hat. Auf dem Hut war ein Brett mit einem aufgemalten Pfannkuchen befestigt. Der Pfannekuchen wollte nicht gegessen werden und ist durchs Dorf gelaufen. Ich weiß nicht mehr, wie es ausgegangen ist. Wahrscheinlich wurde er nicht gegessen. Oder vielleicht doch. (lacht)

War „Der dicke fette Pfannekuchen” Dein Erweckungserlebnis als Schauspieler?

Das war die erste Rolle, an die ich mich erinnere. Als Kind habe ich mich aber eigentlich gar nicht so gerne verkleidet. Ich habe jedoch immer Filme oder irgendwas anderes nacherzählt und früh Kurzgeschichten und längere Texte verfasst.

Als Du 21 warst, kam Dein erster Film „Paul” heraus, für welchen Du auch das Drehbuch geschrieben hast. Ging es Dir immer schon um das ganze Paket: Schreiben, Filmemachen, Schauspielerei?

Ja, von der Idee einer Geschichte und wie sie verlaufen könnte bis hin zu den Figuren – sie zu inszenieren und auch zu spielen – gehörte für mich schon immer alles dazu. „Paul” basiert auf einer Serie von Kurzgeschichten über ältere Männer, die von ihren Frauen verlassen werden. Sinnkrisen von 50- bis 60-Jährigen, die ich mit 18 geschrieben habe.

Deine Texte lernst Du in der Garderobe. Brauchst Du diese Umgebung?

Ja, in meiner Garderobe steht nichts herum, das mich ablenkt. Oft fahre ich von Zuhause dorthin, lege mich erst mal schlafen und fange dann direkt nach dem Aufwachen an, meinen Text zu lesen und mich auf die Rolle einzulassen.

Muss man sich als Schauspieler gut kennen, um intime Momente zu spielen?

Man muss sich interessanterweise untereinander als Schauspieler nicht gut kennen, um gut miteinander spielen zu können. Es gibt Kollegen, die sehe ich nur auf der Bühne und da werden Sachen verhandelt, die nicht auf großen Erfahrungen jenseits der Bühne fußen, sondern darauf, was man sich von der Geschichte der Figur – vor allem bei den Proben – gemeinsam miteinander erobert.

Mit Corinna Harfouch hatte ich auf der Bühne schon die größten Dramen: Mutter-Sohn-Beziehungen, Romanzen, aber auch Trennungen, Hass, alles – über private Dinge unterhalten wir uns jedoch nicht. Wir tauschen uns auf einer sehr feinen und nicht-kumpeligen Ebene aus. Wir haben eine Sensorik füreinander. Das ist für mich auch eine wichtige und besondere und tiefe Beziehung, nur eben ohne Faktenaustausch. Gespräche wie: ‘Wie geht es Dir? – Joa, ich wurde gerade aus meiner Wohnung geworfen’ finden bei uns nicht statt.

Du bist in der besonderen Position, schon so viele Jahre festes Mitglied im Ensemble des DT zu sein. Wie hast Du das geschafft?

Man darf nicht aufgeben! Man muss immer wieder anfangen, weitermachen. Das hat viel damit zu tun, dass ich es immer wieder wissen will. Dass ich immer wieder die konkrete Arbeit und die Herausforderung durch den Regisseur und durch die Zusammenarbeit suche. Darauf bin ich neugierig. Und ich verlasse mich nicht darauf, dass es einmal auf eine bestimmte Art mit Gosch, Thalheimer oder Pucher [die deutschen Regisseure Jürgen Gosch, Michael Thalheimer und Stefan Pucher, Anm. d. Red.] geklappt hat und dass es ab jetzt immer so läuft.

Liegt Deine ungewöhnlich oft verlängerte Anstellung am DT auch daran, dass du die Menschen, also auch die Regisseure, von dir überzeugen möchtest?

Ich möchte vor allem mich von mir überzeugen. Ich möchte immer wissen, ob da nicht noch etwas verborgen ist, das es zu ergründen gibt. Manchmal können das Konstellationen mit Kollegen sein, manchmal ist es ein Stocken, eine Rolle, oft ist es ein Regisseur.

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Wer zählt zu Deinen Lieblingsregisseuren?

Jürgen Gosch hat mich sehr herausgefordert. Oder auch [Dimiter] Gottschef. Mit Stephan Kimmig arbeite ich sehr gerne. Das sind schon wichtige Begegnungen gewesen. Aber man kann es nicht steuern, es passiert – manchmal ganz unvermutet. Manchmal denkt man: ‘Große Krise’ und auf einmal ist es eine Chance.

Hast Du ein Lieblingsstück?

Meine Lieblingsproduktion ist Idomeneus, die Jürgen Gosch inszeniert hat, als er bereits schwerkrank war. Er wurde auf einer Bahre zur Bühne getragen und hat von dort im Liegen gearbeitet. Gosch hat seine Schauspieler besonders herausgefordert und gefördert – gar nicht mal auf der persönlich-menschlichen, sondern auf der professionellen Ebene.

In einer Probe, bei der es hakte, machte er mal ganz ruhig – als sei es das Selbstverständlichste der Welt – den Vorschlag: “Dann zündet die Corinna [Harfouch] doch jetzt einfach mal an und guckt, was passiert!” Wir waren perplex. Als dann das Benzin fürs Feuerzeug da war, überlegte er es sich noch mal und meinte mit der gleichen Ruhe: “Na, vielleicht lassen wir das doch lieber.”

Was reizt Dich so an der Schauspielerei?

Jürgen Gosch hat einmal gesagt: ‘Ich habe nur das Recht, Theater zu machen oder Geschichten zu erzählen, wenn sich in mir über die Zeit, die ich auf der Welt bin, Leben abgelagert hat’. Wenn ich bereit bin, das zu zeigen und zu investieren und die eigene Biographie, das eigene Wesen in das Spiel einzubringen, dann spürt man das auf der Bühne. Das ist natürlich ein großer Vertrauensvorschuss. Das war auch so ein Credo von Gosch: ‘Liefere dich mehr aus. Geh näher ran!’. Das heißt nicht, andauernd die Hosen herunter zu lassen, sondern die Figur aufzuladen mit dem, was einem im Leben zur Verfügung steht. Wenn das zusammenkommt, ist es sehr wertvoll. Ein sehr spezieller, besonderer Moment.

Welche Projekte liegen Dir gerade besonders am Herzen?

Ich habe einen Kurzfilm aus einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer gemacht, zusammen mit meiner Produzentin Corinna Mehner und Markus Golisano. Er heißt: “Der Dicke liebt”. Es geht um einen Lehrer, einen Pädophilen, der eine Schülerin liebt. Das Besondere daran ist, dass es zu keinem körperlichen Übergriff kommt.

Warum wolltest Du in Deinem Kurzfilm zum Thema Pädophilie arbeiten?

Über ein anderes Theaterprojekt, in dem wir Interviews zur Pädophile gelesen haben, bin ich dazu gekommen. Es lag aber auch daran, dass ich Clemens Meyer als Autor immer schon gut fand und gerne gelesen habe – und dessen Text “Der Dicke liebt” handelt eben von einem Pädophilen.

Manuskripte stapeln sich auf Nachttischen, Ablagen und Sideboards, Plakate zeugen von vergangenen Aufführungen. Am gedeckten Tisch fehlt es an nichts – weder am Milchkännchen, noch der Zuckerdose oder dem Tortenheber. Trotzdem merkt man der Wohnung eine Aufgeräumtheit an, die über bloße Sauberkeit hinausgeht: Hier findet sich keinerlei Krempel, nicht die leiseste Spur eines Sammlertums – außer der Flut an Texten.

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Alex geht zu seinem exzellent sortierten Bücherregal herüber. Er greift einen Band von Martin Walser heraus, der nicht zu seinen Lieblingsautoren gehört, aber der,so der Schauspieler, „oft gute Sätze hat. ‘Man muss spielen mit der Schwere und so tun, als sei es leicht’ zitiert er. Dann legt er Walser wieder weg und kramt John Williams’
Stoner hervor. Williams ist einer der großen amerikanischen Autoren. „Der ist eine Entdeckung für mich, auch wenn er kein Geheimtipp ist.” Daneben eine Kiste voller Gedichtbände: Celan, Mörike, Else-Lasker-Schüler, Nelly Sachs, Gertrud Kolmar, der ganze Kanon. Die Wohnung ist die eines Wortliebhabers.

Interessierst Du Dich auch für Einrichtung?

Ich weiß, wenn mir etwas sehr gut gefällt. Es gefällt mir aber nicht, wenn nur Möbel von Eames herumstehen und die Einrichtung komplett stimmig ist. Es darf ruhig auch mal knirschen. Ich habe mir vor ein paar Jahren ein altes Sofa gekauft und dafür etwas mehr Geld ausgegeben. Ein dänisches Vintage-Daybed auf einem Holzgestell. Aber so weit geht mein Interesse auch nicht, dass ich wüsste, von wem es ist. Es ist zwar schick, sitzt sich aber nicht so bequem darauf. Deshalb steht noch ein zweites größeres und bequemeres Sofa im Wohnzimmer.

Wie hast Du Deine Wohnung in Kreuzberg gefunden?

Über einen Makler. Meine damalige Freundin hat sie gefunden. Vor elf Jahren war der Gräfekiez schon schön, hatte aber noch nicht diesen Hype erfahren. Es war nur einer von vielen schönen Kiezen – die Leute sind damals eher in den Prenzlauer Berg gegangen.

Kommen wir auf Deine Familie zu sprechen. Du hast einen Text über deinen Vater verfasst, in dem Du schreibst, in deiner Kindheit seien die Stunden mit ihm rar gesät gewesen. Seht ihr euch heute mehr?

Als Kind habe ich diesen Mangel nicht so empfunden. Der Ort meines Vaters war immer schon das Theater und ist es bis heute geblieben. Seine Leidenschaft für die Bühne habe ich auch als Kind gespürt – und sie wurde in meinem Leben ebenso wichtig.

Deine Schwester, die Dramaturgin Nora Khuon, ist nur knapp zwei Jahre jünger. Fühlst Du Dich immer noch als großer Bruder?

Manchmal schon. Aber immer weniger – das verschwimmt ab einem gewissen Alter. Komischerweise habe ich mir nie Sorgen um sie gemacht. Sie war immer schon sehr entschieden und hatte einen starken Willen. Ich war eher der Ängstliche, tastend und vorsichtig. Sie war immer schon sehr unabhängig, ist mit 18 nach Berlin gezogen und mit 21 dann nach Hamburg ans Schauspielhaus gegangen. Sie hat schon wahnsinnig früh Verantwortung übernommen und übernehmen können. Insofern war ich nie der klassische große Bruder, der denkt: “Oh je, jetzt geht sie in die Disco.”

Warst Du ein guter Schüler?

Ich habe nie mehr als nötig gemacht und mich eher augenzwinkernd durchgewurschtelt. In Sport, Musik, Deutsch und Geschichte war ich gut. Aber in Mathe und Physik war ich schlecht, Biologie ging noch. Alle Naturwissenschaften: eher nicht so.

“Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?”

Die berühmte Gretchenfrage! (Lacht) Taufe, Messdiener – alles war dabei, einfach, weil es dazugehörte. Ich gehe mit meinem Vater auch einmal im Jahr für eine Woche ins Kloster. Aber nicht, weil ich supergläubig bin, sondern wegen der Themen. Es ist tatsächlich sehr philosophisch, was dort vor dem Hintergrund von Religion verhandelt wird.

Meine Schwester war kirchenpolitisch sehr kritisch. Als sie Mutter geworden ist, ist sie wieder in die Kirche eingetreten und hat ihr Kind taufen lassen. Das konnte ich gut nachvollziehen. Ich finde, jeder nach seiner Façon. Ich habe mal meinen Vater gefragt, ob er an Gott glaubt. Er hat gesagt: “Die Frage ist nicht, ob es einen Gott gibt, sondern ob du einen Gott brauchst.” Da war ich noch ein Kind. Aber das ist auch heute noch eine ganz gute Antwort.

A Brief History of Syria’s War and ISIS

If you ever wondered how it began and how it unfolded, the mess, the war happening in Syria: watch this 5-minute video.

(Video via Meggi)

Joann Sfar & Corita Kent

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Friends from the whole world,

thank you for the #prayforparis,

but we don’t need more

religion! Our faith goes

to music! Kisses! Life!

Champagne and joy!

#parisisaboutlife

(Quote by Joann Sfar via Rahel, Pic by Corita Kent via Kiki)

Erinnerung an Frankreich

“Du denk mit mir: der Himmel von Paris, die große Herbstzeitlose …”

(Paul Celan)

Joan Didion

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“You have to pick the places you don’t walk away from.”

Alex Cameron: Take Care of Business

Favourite Feed *2: Kayten Schmidt

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Beautiful inspiration by Kayten Schmidt. The artist and creative consultant is based in L.A. Read a brief interview with this lovely lady here.

(All pics by Kayten Schmidt’s IG Feed)

 

Your Reflection

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Fred Eaglesmith: Cigarette Machine

(Pic via aissoaisso)

Tracey Enim, Strangeland

Poetisch, fast hypnotisch, mitunter auch verspielt, weise und sehr traurig. Gleich die erste Seite ihres autobiographischen Erzählbandes zieht einen in Tracey Emins Bann. Trotz vieler Schrecklichkeiten, welche die britische Ausnahmekünstlerin in Rückblenden und Traumfetzen Revue passieren lässt, hört man nicht auf, dieses Buch zu lesen, ihr Witz, ihre übermutige, auch destruktive Verrücktheit, ihre Stimme lassen es nicht zu, ihrer Anziehungskraft kann man sich kaum entziehen. Dieses Buch ist Teil von Tracey Emins Kunst, die man vulgär, kitschig und exhibitionistisch nennen kann – oder man löst sich von voyeuristischen Fragen, was davon wahr oder authentisch oder zu viel sein könnte. Und dann ‘funktioniert’ Tracey Enim – sofort und unmittelbar.

Tracay Enim: Strangeland. Farkas Verlag 2. Auflage 2009.

(Pic by Tracey Emin)